Réponses rapides
- Was ist Stillen und Sexualität?
- Es beschreibt die komplexen Veränderungen im sexuellen Verlangen und Erleben, die Frauen und Paare während der Stillzeit aufgrund hormoneller, körperlicher und psychologischer Faktoren erfahren können.
- Ist es häufig?
- Ja, es ist sehr häufig. Laut BAG (2023) berichten etwa 65% der stillenden Mütter in der Schweiz von Veränderungen in ihrer sexuellen Aktivität und ihrem Verlangen.
- Wann sollte man eine Fachperson konsultieren?
- Bei anhaltenden Schmerzen, stark belastendem Libidoverlust, ausgeprägter Scheidentrockenheit oder Beziehungskonflikten aufgrund sexueller Themen ist eine Konsultation ratsam.
- Wer ist in der Schweiz die richtige Ansprechperson?
- Der Hausarzt/die Hausärztin kann eine erste Orientierung geben und bei Bedarf an Gynäkologinnen/Gynäkologen, klinische Sexologinnen/Sexologen oder Psychologinnen/Psychologen überweisen.
Die Phase des Stillens ist für viele Paare eine Zeit der Umbrüche, die auch die Sexualität neu definieren kann. Es ist ein dokumentiertes und normales Phänomen, dass sich das sexuelle Verlangen und Erleben in dieser Zeit verändert. Wichtig ist, dies nicht als persönliches Defizit zu sehen, sondern als Teil eines natürlichen Prozesses. Es gibt vielfältige Wege, um mit diesen Herausforderungen umzugehen – sei es durch medizinische Unterstützung, offene Kommunikation oder die Neuentdeckung von Intimität. Mein dringender Rat als Gynäkologin FMH ist: Scheuen Sie sich nicht, das Gespräch zu suchen. Der erste konkrete Schritt ist immer die Konsultation einer geeigneten Fachperson in der Schweiz, um individuelle Lösungen zu finden und die Lebensqualität in dieser besonderen Zeit zu erhalten. Dr. Lara Frei, Gynäkologin FMH, MD.
Questions fréquentes
Ist es normal, während des Stillens kein sexuelles Verlangen zu haben?
Ja, ein vermindertes sexuelles Verlangen während der Stillzeit ist weit verbreitet und normal. Dies ist oft auf hormonelle Veränderungen, Müdigkeit und die neue Rolle als Mutter zurückzuführen. Es ist kein Zeichen dafür, dass etwas mit Ihnen oder Ihrer Beziehung nicht stimmt, sondern eine normale Anpassung des Körpers an diese Lebensphase. Offene Kommunikation mit Ihrem Partner und gegebenenfalls eine Konsultation bei einer Fachperson können hilfreich sein.
Kann Stillen Scheidentrockenheit verursachen?
Ja, Stillen kann zu Scheidentrockenheit führen. Der erhöhte Prolaktinspiegel während der Stillzeit kann den Östrogenspiegel senken, was eine verminderte Schleimhautfeuchtigkeit und Elastizität der Vagina zur Folge haben kann. Dies kann den Geschlechtsverkehr unangenehm oder schmerzhaft machen. Lokale Östrogenpräparate oder Gleitmittel können hier Linderung verschaffen, sollten aber mit einer Gynäkologin/einem Gynäkologen besprochen werden.
Gibt es Möglichkeiten, Intimität zu pflegen, ohne Geschlechtsverkehr zu haben?
Absolut. Intimität umfasst weit mehr als nur den Geschlechtsverkehr. Zärtlichkeiten, Umarmungen, Massagen, gemeinsames Kuscheln oder einfach nur bewusste Zeit zu zweit können die emotionale und körperliche Nähe stärken. Die Erkundung nicht-penetrativen sexuellen Kontakts oder die Verwendung von Sexspielzeug kann ebenfalls neue Wege der Lustentdeckung eröffnen und den Druck vom penetrativen Geschlechtsverkehr nehmen.
Wann sollte ich wegen meiner Sexualität in der Stillzeit eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen?
Sie sollten eine Ärztin/einen Arzt konsultieren, wenn Sie anhaltende Schmerzen beim Geschlechtsverkehr erleben, Ihr vermindertes sexuelles Verlangen Sie oder Ihren Partner stark belastet, Sie unter ausgeprägter Scheidentrockenheit leiden, die sich nicht bessert, oder wenn die sexuelle Problematik zu anhaltenden Konflikten in Ihrer Beziehung führt. Ein Arztbesuch kann medizinische Ursachen abklären und Sie an spezialisierte Fachpersonen überweisen.
Beeinflusst Stillen die Fruchtbarkeit und die Notwendigkeit von Verhütung?
Stillen kann die Fruchtbarkeit beeinflussen und die Periode verzögern (Laktationsamenorrhoe-Methode, LAM). Diese Methode ist jedoch keine zuverlässige Verhütungsmethode, da der Eisprung vor der ersten Periode stattfindet. Es ist daher wichtig, auch während des Stillens eine geeignete Verhütungsmethode zu verwenden, wenn keine erneute Schwangerschaft gewünscht ist. Sprechen Sie mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen über sichere Optionen, die mit dem Stillen vereinbar sind.