Réponses rapides
- Was ist Stillen und Sexualität?
- Es beschreibt die komplexen Auswirkungen von Stillen auf das sexuelle Verlangen, Erleben und die Paarbeziehung, beeinflusst durch Hormone, Psyche und Alltag.
- Ist es frequent?
- Ja, Veränderungen der Sexualität während des Stillens sind ein weltweit anerkanntes und häufiges Thema, das viele Paare betrifft.
- Wann muss man konsultieren?
- Konsultieren Sie bei anhaltenden Schmerzen, komplettem Libidoverlust, emotionaler Belastung oder Symptomen einer postpartalen Depression.
- Wer soll in der Schweiz konsultiert werden?
- Ihr Hausarzt/Ihre Hausärztin, Gynäkologe/Gynäkologin, klinischer Sexologe/Sexologin oder Psychologe/Psychologin je nach Symptomatik.
Die Stillzeit ist eine intensive und bereichernde Phase, die jedoch auch Herausforderungen für die sexuelle Intimität mit sich bringen kann. Es ist wichtig zu erkennen, dass Veränderungen in der Sexualität während dieser Zeit normal und weit verbreitet sind und kein Grund zur Scham. Die zugrunde liegenden Ursachen sind vielfältig, von hormonellen Verschiebungen bis hin zu psychologischer Erschöpfung und neuen Rollenbildern. Es existieren jedoch vielfältige Ansätze, um diese Phase bewusst zu gestalten und die Intimität als Paar neu zu definieren. Ob medizinische Unterstützung bei körperlichen Beschwerden, psychologische Begleitung bei emotionalen Belastungen oder die Stärkung der Kommunikation in der Partnerschaft – der erste und wichtigste Schritt ist, das Thema offen anzusprechen. Zögern Sie nicht, in der Schweiz eine geeignete Fachperson zu konsultieren, um individuelle Unterstützung und Lösungen zu finden. Dr. Lara Frei, Gynäkologin FMH, MD.
Questions fréquentes
Ist es normal, während des Stillens weniger sexuelles Verlangen zu haben?
Ja, ein Rückgang des sexuellen Verlangens (Libido) während des Stillens ist sehr häufig und wird als normal angesehen. Dies liegt an hormonellen Veränderungen (hohes Prolaktin, niedriges Östrogen), Müdigkeit und der intensiven emotionalen und körperlichen Beanspruchung durch die Babypflege. Es ist eine vorübergehende Phase, die sich oft nach dem Abstillen wieder normalisiert. Offene Kommunikation mit dem Partner und gegebenenfalls professionelle Beratung können helfen.
Können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr durch das Stillen verursacht werden?
Ja, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) können eine direkte Folge der hormonellen Veränderungen während des Stillens sein. Der niedrige Östrogenspiegel kann zu vaginaler Trockenheit und einer Verdünnung der Vaginalschleimhaut führen, was den Geschlechtsverkehr unangenehm oder schmerzhaft macht. Gleitmittel können helfen, aber bei anhaltenden Schmerzen ist eine gynäkologische Abklärung ratsam, um andere Ursachen auszuschliessen und geeignete Massnahmen zu besprechen.
Wann sollte ich wegen meiner Sexualität in der Stillzeit zum Arzt gehen?
Sie sollten eine Fachperson konsultieren, wenn Sie anhaltende Schmerzen beim Geschlechtsverkehr haben, einen vollständigen und belastenden Libidoverlust erleben, starke emotionale Belastung oder Beziehungsprobleme aufgrund der sexuellen Veränderungen auftreten, oder wenn Sie Symptome einer postpartalen Depression bemerken. Ein Arzt oder eine Ärztin kann die Ursachen abklären und Sie an die richtigen Spezialisten überweisen.
Kann das Stillen die Beziehung zum Partner beeinflussen?
Ja, die Stillzeit kann die Paarbeziehung stark beeinflussen, insbesondere die sexuelle Intimität. Veränderungen der Libido, körperliche Beschwerden und die neue Rollenverteilung können zu Missverständnissen oder Distanz führen. Offene Kommunikation, Verständnis füreinander und die gemeinsame Suche nach neuen Formen der Intimität sind entscheidend, um die Beziehung zu stärken. Paar- oder Sexualtherapie kann bei Bedarf unterstützen.
Gibt es stillfreundliche Verhütungsmethoden, die die Libido nicht weiter beeinträchtigen?
Ja, es gibt stillfreundliche Verhütungsmethoden. Hormonelle Methoden wie die Minipille oder Hormonspiralen, die nur Gestagen enthalten, gelten als sicher während des Stillens. Nicht-hormonelle Methoden wie Kondome oder die Kupferspirale sind ebenfalls Optionen. Es ist wichtig, die Verhütungsmethode mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen zu besprechen, um eine Wahl zu treffen, die Ihre Bedürfnisse und mögliche Auswirkungen auf die Libido berücksichtigt.