Réponses rapides
- Was ist Sexting genau?
- Sexting ist der Austausch von sexuell expliziten Nachrichten, Fotos oder Videos über digitale Kommunikationsmittel. Es dient dazu, sexuelles Verlangen auszudrücken, Intimität zu fördern und die sexuelle Spannung aufzubauen.
- Welche Produkte können das Sexting-Erlebnis bereichern?
- Für visuelle Anreize können Dessous wie ein 'Obsessive Corsage Set' oder auch Sexspielzeuge wie der 'Lelo Sona Cruise 2' eine Rolle spielen. Sie dienen als Inspiration für Fotos oder als Gesprächsthema.
- Wann sollte man einen Fachmann konsultieren?
- Wenn Sexting zu Stress, Angstzuständen, Zwang oder Konflikten führt, die Sie nicht alleine bewältigen können, ist es ratsam, psychologische oder therapeutische Unterstützung zu suchen. Auch bei Fragen zu Einverständnis oder digitalen Grenzen.
- Welche Fehler sollte man beim Sexting vermeiden?
- Vermeiden Sie es, Bilder oder Nachrichten ohne explizite Zustimmung zu versenden. Teilen Sie niemals Inhalte von anderen ohne deren Wissen. Achten Sie auf eine klare Kommunikation der Erwartungen und Grenzen, um Missverständnisse zu verhindern.
Sexting ist ein facettenreiches Phänomen, das die Grenzen unserer Kommunikation und Intimität in den letzten Jahrzehnten neu definiert hat. Während es einst als Tabuthema galt, erkennen wir heute zunehmend sein Potenzial, Beziehungen zu stärken, sexuelle Fantasien zu erkunden und eine spielerische Ebene in die Partnerschaft zu bringen. Als Gynécologue sehe ich, wie wichtig es ist, über alle Aspekte der Sexualität offen zu sprechen – auch über jene, die im digitalen Raum stattfinden. Dieser Guide soll Ihnen helfen, die Welt des Sextings sicher, lustvoll und verantwortungsbewusst zu navigieren.
Es ist nicht nur eine Spielerei für Teenager; Erwachsene jeden Alters entdecken Sexting als Mittel, um die Flamme der Leidenschaft am Leben zu erhalten, besonders in Fernbeziehungen oder wenn der Alltag wenig Raum für spontane Intimität lässt. Die Möglichkeit, das Begehren über Distanz auszudrücken und zu empfangen, kann eine tiefe Verbindung schaffen und das sexuelle Verlangen aufrechterhalten.
Was ist Sexting und warum ist es mehr als nur "schmutzig reden"?
Im Kern ist Sexting der Austausch von sexuell konnotierten Textnachrichten, Bildern oder Videos über elektronische Kommunikationskanäle. Dies kann von einem flirtenden Satz über ein leicht bekleidetes Selfie bis hin zu expliziten Inhalten reichen. Der entscheidende Unterschied zum "schmutzig reden" im direkten Gespräch liegt in der Asynchronität und der visuellen Komponente. Sexting erlaubt es uns, unsere Gedanken und Fantasien in einem kontrollierten Rahmen zu formulieren und zu teilen, ohne den sofortigen Druck einer direkten Reaktion. Es ist eine Form der sexuellen Kommunikation, die Kreativität, Vorstellungskraft und Vertrauen erfordert.
Es geht nicht nur darum, sexuelle Inhalte zu teilen, sondern auch darum, eine Atmosphäre der Erregung und des Begehrens zu schaffen. Es ist ein Vorspiel, das sich über Stunden oder Tage erstrecken kann, eine Art digitales Flirtspiel, das die Vorfreude auf die nächste physische Begegnung steigert. Viele meiner Patientinnen und Patienten berichten, dass Sexting ihre Beziehung belebt und ihnen hilft, ihre eigenen sexuellen Wünsche und Grenzen besser zu verstehen und zu kommunizieren. Es ist ein Werkzeug, um die sexuelle Neugier zu wecken und eine neue Ebene der Offenheit in der Partnerschaft zu etablieren.
Die Bandbreite des Sextings ist enorm. Es kann so harmlos sein wie die Frage nach der Farbe der Unterwäsche oder so explizit wie das Teilen eines Videos. Die Definition dessen, was "Sexting" für jeden Einzelnen bedeutet, ist subjektiv und sollte immer im Konsens mit dem Partner oder der Partnerin festgelegt werden. Es ist wichtig zu verstehen, dass Sexting nicht nur auf junge Menschen beschränkt ist. Auch Paare in langjährigen Beziehungen nutzen es, um ihre Intimität zu pflegen und der Routine entgegenzuwirken. Es ist ein Zeugnis dafür, wie die Technologie unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und Ausdrucksformen erweitert.
Die Psychologie hinter Sexting: Verbindung und Lust
Sexting ist oft tief in psychologischen Bedürfnissen verwurzelt. Es kann das Gefühl der Verbundenheit stärken, indem es Partnern ermöglicht, auch über Distanz hinweg intime Momente zu teilen. Das Senden und Empfangen von expliziten Inhalten kann das Selbstvertrauen stärken und das Gefühl vermitteln, begehrt und attraktiv zu sein. Es ist eine Form der Bestätigung, die unsere sexuelle Identität positiv beeinflussen kann. Die Erwartung und die Vorfreude, die durch Sexting aufgebaut werden, können die Intensität der späteren physischen Begegnung erheblich steigern.
Ein weiterer psychologischer Aspekt ist die Möglichkeit, Fantasien und Wünsche auszudrücken, die im direkten Gespräch vielleicht schwieriger zu formulieren wären. Die Distanz des Bildschirms kann eine gewisse Anonymität und Sicherheit bieten, die es ermöglicht, Hemmungen abzubauen und sich freier zu äussern. Dies kann besonders für Menschen hilfreich sein, die Schwierigkeiten haben, ihre sexuellen Bedürfnisse direkt zu kommunizieren. Sexting kann somit als Sprungbrett dienen, um auch im realen Leben offener über Sexualität zu sprechen.
Es ist auch ein Spiel mit Macht und Kontrolle, bei dem beide Partner die Möglichkeit haben, die Dynamik zu gestalten. Wer sendet, wer empfängt, wie schnell die Antworten kommen – all das sind subtile Signale, die die sexuelle Spannung erhöhen können. Eine Studie der Psychology Today (2016) zeigte, dass Paare, die regelmässig sexteten, eine höhere Beziehungszufriedenheit und ein stärkeres Gefühl der Intimität berichteten. Dies unterstreicht, dass Sexting, wenn es auf Vertrauen und Respekt basiert, weit über die reine sexuelle Erregung hinausgeht und eine tiefere emotionale Verbindung fördern kann.
Ich erinnere mich an eine Patientin, die mir erzählte, wie Sexting ihre Ehe nach Jahren der Routine wiederbelebt hatte. Ihr Mann war beruflich oft unterwegs, und die digitalen Nachrichten und Bilder hielten die sexuelle Spannung aufrecht und liessen sie sich auch über die Distanz hinweg begehrt fühlen. Es war für sie ein Weg, ihre Zuneigung und ihr Verlangen auf eine Weise auszudrücken, die in ihrem geschäftigen Alltag sonst zu kurz kam.
Grundlagen für sicheres Sexting: Vertrauen und Einverständnis
Der Eckpfeiler jedes gesunden Sextings ist das gegenseitige Einverständnis und tiefes Vertrauen. Ohne diese beiden Elemente wird Sexting schnell zu einer Quelle von Angst und potenziellen Problemen. Bevor Sie überhaupt daran denken, intime Inhalte zu teilen, müssen Sie sicherstellen, dass beide Parteien vollkommen einverstanden sind und sich in der Kommunikation wohlfühlen. Dies bedeutet nicht nur ein einmaliges Ja, sondern ein fortlaufendes, jederzeit widerrufbares Einverständnis. Kommunikation ist hier das A und O.
Sprechen Sie offen darüber, welche Art von Inhalten Sie senden oder empfangen möchten, welche Grenzen es gibt und was passiert, wenn sich die Gefühle ändern. Es ist wichtig zu klären, ob die Inhalte nur für die Augen des Empfängers bestimmt sind oder ob sie möglicherweise gespeichert oder sogar weitergeleitet werden könnten. Obwohl Letzteres eine rote Flagge sein sollte, ist es wichtig, diese potenziellen Szenarien zu besprechen. Ein klares "Nein" muss immer respektiert werden, und das Fehlen eines "Ja" bedeutet immer "Nein".
Technologische Sicherheit ist ebenfalls von Bedeutung. Verwenden Sie sichere Messenger-Dienste, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten. Seien Sie vorsichtig mit der Speicherung von Bildern oder Videos auf Ihrem Gerät, insbesondere wenn andere Personen Zugriff darauf haben könnten. Überlegen Sie sich, ob Sie Ihr Gesicht auf expliziten Bildern zeigen möchten, um Ihre Anonymität zu wahren, falls die Inhalte jemals in die falschen Hände geraten sollten. Es mag übertrieben erscheinen, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht, besonders im digitalen Raum, wo Inhalte ein Eigenleben entwickeln können.
So geht's: Praktische Tipps für erfolgreiches Sexting
Erfolgreiches Sexting ist eine Kunstform, die Übung und Kreativität erfordert. Es geht darum, die richtige Balance zwischen Andeutung und Explizitheit zu finden, die Spannung aufzubauen und die Fantasie anzuregen. Hier sind einige praktische Tipps, um Ihr Sexting-Erlebnis zu optimieren:
Die Kunst der Textnachricht
Beginnen Sie langsam. Ein "Ich kann dich heute Nacht nicht aus dem Kopf bekommen..." kann wirkungsvoller sein als ein sofortiger expliziter Text. Nutzen Sie Beschreibungen, um Bilder in den Köpfen zu erzeugen. Was fühlen Sie? Was stellen Sie sich vor? "Ich liege im Bett und wünschte, du wärst hier, um meine Haut zu spüren..." ist viel erotischer als ein einfacher Befehl. Emojis können subtil eingesetzt werden, um die Stimmung zu unterstreichen, aber übertreiben Sie es nicht. Die Sprache selbst sollte der Hauptakteur sein.
Variieren Sie Ihre Texte. Manchmal ein kurzer, aufregender Satz, manchmal eine längere Beschreibung einer Fantasie. Fragen Sie Ihren Partner, was er oder sie gerade trägt, oder erzählen Sie, was Sie gerne mit ihm oder ihr tun würden. Der Schlüssel ist, die Neugier zu wecken und eine Geschichte zu erzählen, die sich in den Köpfen beider Partner entfaltet. Humor kann auch eine Rolle spielen, solange er respektvoll ist und zur Stimmung passt. Eine gute Sexting-Konversation ist wie ein Tanz, bei dem beide Partner die Führung übernehmen und aufeinander reagieren.
Visuelle Kommunikation: Fotos und Videos
Wenn Sie bereit sind, Fotos oder Videos zu teilen, beginnen Sie auch hier mit Andeutungen. Ein Foto Ihres Nackens, Ihrer Lippen, ein Ausschnitt Ihrer Unterwäsche kann unglaublich erregend sein. Das Spiel mit Licht und Schatten, interessante Winkel und Fokus auf bestimmte Körperteile können mehr sagen als ein Ganzkörperbild. Denken Sie an Ästhetik und Verführung statt an reine Zurschaustellung.
Bevor Sie ein Bild versenden, überprüfen Sie es sorgfältig. Sind im Hintergrund unerwünschte Details zu sehen? Sind Sie eindeutig identifizierbar, wenn Sie dies nicht wünschen? Überlegen Sie, ob Sie Ihr Gesicht zeigen möchten. Für viele ist die Wahrung der Anonymität wichtig. Videos können noch intimer sein, da sie Bewegung und Ton einfangen. Halten Sie sie kurz und knackig, konzentrieren Sie sich auf eine Geste oder einen Ausdruck. Ein Blick, ein Lächeln, eine langsame Bewegung – das kann extrem wirkungsvoll sein. Und vergessen Sie nicht: Das Einverständnis für das Senden eines Fotos bedeutet nicht automatisch das Einverständnis für das Senden eines Videos, und umgekehrt.
Rechtliche Aspekte des Sextings in der Schweiz
In der Schweiz ist die rechtliche Lage bezüglich Sexting klarer, als viele vielleicht denken. Das Teilen von intimen Bildern oder Videos ohne die ausdrückliche Zustimmung der abgebildeten Person ist gemäss Art. 179sexies des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) als Verletzung des Geheimbereichs durch Aufnahmen strafbar. Diese Bestimmung, die seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist, schützt explizit vor der Verbreitung von Nacktaufnahmen oder Aufnahmen sexueller Handlungen ohne Einwilligung. Bei Zuwiderhandlung drohen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen.
Dies gilt auch für sogenannte "Rachepornos" (Revenge Porn), bei denen intime Bilder aus Rache oder Bosheit verbreitet werden. Solche Handlungen werden in der Schweiz ernst genommen und können für die Täter weitreichende Konsequenzen haben. Es ist wichtig zu verstehen, dass selbst wenn eine Person einmal zugestimmt hat, ein Bild an eine bestimmte Person zu senden, dies keine pauschale Zustimmung für die Weitergabe an Dritte bedeutet. Jede Weitergabe erfordert eine erneute, explizite Einwilligung.
Darüber hinaus ist der Schutz der Privatsphäre und der persönlichen Daten im Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) verankert. Intime Bilder und Videos fallen unter besonders schützenswerte Personendaten. Jeder, der solche Daten verarbeitet (also auch sendet oder speichert), ist verpflichtet, deren Schutz zu gewährleisten. Für Minderjährige gelten noch strengere Schutzbestimmungen. Das Senden von expliziten Inhalten an oder von Minderjährigen ist in der Schweiz illegal und kann schwerwiegende strafrechtliche Konsequenzen haben.
Daher ist es unerlässlich, sich der rechtlichen Rahmenbedingungen bewusst zu sein und stets im Einklang mit diesen zu handeln. Im Zweifelsfall ist es immer besser, sich zurückzuhalten oder juristischen Rat einzuholen. Die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten haben stets oberste Priorität.
Sexting-Tools und Hilfsmittel: Produkte, die das Erlebnis bereichern
Manchmal können bestimmte Produkte das Sexting-Erlebnis noch intensiver und fantasievoller gestalten. Es geht nicht darum, sich zu verstellen, sondern darum, die Sinne anzuregen und neue Impulse zu setzen. Hier sind einige Ideen:
Für die visuelle Komponente: Lingerie und Accessoires
Ein schönes Dessous-Set kann Wunder wirken, selbst wenn es nur für ein Foto oder ein kurzes Video getragen wird. Denken Sie an ein elegantes 'Obsessive Corsage Set' oder Spitzenunterwäsche, die die Fantasie anregt, ohne zu viel zu verraten. Das Spiel mit Stoffen, Texturen und Farben kann die Ästhetik Ihrer Bilder erheblich verbessern und eine luxuriöse oder verführerische Stimmung erzeugen. Auch kleine Accessoires wie Strümpfe oder ein zarter Schal können eine geheimnisvolle Note hinzufügen.
Für die haptische Komponente: Sex Toys und Stimulation
Sex Toys können in das Sexting integriert werden, indem man sie auf Fotos oder in Videos zeigt, oder indem man darüber spricht, wie man sie gerade benutzt. Ein Vibrator wie der 'Lelo Sona Cruise 2' ist ein hervorragendes Beispiel für ein Produkt, das nicht nur für die persönliche Lust, sondern auch als Thema für eine Sexting-Unterhaltung dienen kann. Das Beschreiben der Empfindungen, die man dabei erlebt, kann die Erregung des Partners oder der Partnerin steigern und die Vorstellungskraft anregen. Es geht darum, das digitale Erlebnis mit realen Empfindungen zu verknüpfen und die Grenzen zwischen Fantasie und Realität zu verwischen.
Für die Atmosphäre: Licht und Setting
Auch wenn es keine direkten Produkte sind, spielen Licht und Setting eine grosse Rolle bei der visuellen Gestaltung. Gedämpftes Licht, Kerzen oder farbige Beleuchtung können eine intime Atmosphäre schaffen. Ein aufgeräumter, ästhetischer Hintergrund ist immer besser als ein unordentlicher Raum. Diese kleinen Details tragen dazu bei, dass Ihre Sexting-Inhalte ansprechender und professioneller wirken, was wiederum die Qualität des Erlebnisses für beide Seiten erhöht.
Mögliche Fallstricke und wie man sie vermeidet
Trotz der vielen Vorteile birgt Sexting auch Risiken und Fallstricke, die es zu kennen und zu vermeiden gilt. Der häufigste Fehler ist das Missachten des Einverständnisses. Wenn Sie jemanden unter Druck setzen oder Inhalte senden, die nicht gewünscht sind, überschreiten Sie eine Grenze und verletzen das Vertrauen. Dies kann nicht nur die Beziehung schädigen, sondern auch rechtliche Konsequenzen haben.
Ein weiterer Fallstrick ist die Annahme, dass digitale Inhalte für immer privat bleiben. Einmal gesendete Bilder oder Nachrichten können schwer kontrolliert werden. Screenshots, Weiterleitungen oder sogar Hacks können dazu führen, dass Ihre Inhalte in die falschen Hände geraten. Überlegen Sie sich deshalb immer zweimal, ob Sie bereit sind, das Risiko einzugehen, dass die Inhalte öffentlich werden könnten. Es ist besser, konservativ zu sein, wenn es um die eigene Privatsphäre geht.
Missverständnisse in der Kommunikation sind ebenfalls eine häufige Quelle für Probleme. Ironie oder Sarkasmus können in Textform leicht falsch interpretiert werden. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Partner Ihre Nachricht richtig verstanden hat, fragen Sie nach. Klären Sie Erwartungen und Grenzen explizit. Was für den einen aufregend ist, kann für den anderen unangenehm sein. Eine offene und ehrliche Kommunikation im Vorfeld und während des Sextings ist entscheidend, um Enttäuschungen und Verletzungen zu vermeiden.
Zuletzt sollten Sie auch auf die psychologischen Auswirkungen achten. Wenn Sexting zu einem Zwang wird, Ihre Gedanken dominiert oder zu Schuldgefühlen führt, ist es wichtig, eine Pause einzulegen und die eigenen Motivationen zu hinterfragen. Sexting sollte eine Bereicherung sein, keine Belastung.
Wann professionelle Hilfe suchen?
Obwohl Sexting eine positive Bereicherung sein kann, gibt es Situationen, in denen es ratsam oder sogar notwendig ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Als Gynécologue sehe ich die Auswirkungen von sexuellen Schwierigkeiten auf die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden. Wenn Sexting zu psychischem Stress, Angstzuständen oder Depressionen führt, sollten Sie nicht zögern, Unterstützung zu suchen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie sich durch Sexting unter Druck gesetzt fühlen, Inhalte zu senden, die Sie nicht senden möchten, oder wenn Sie Opfer von digitaler Gewalt oder Erpressung geworden sind.
Anzeichen, die auf die Notwendigkeit professioneller Hilfe hindeuten könnten, umfassen:
- Zwanghaftes Verhalten: Wenn Sie das Gefühl haben, Sexting nicht kontrollieren zu können und es Ihren Alltag oder Ihre Beziehungen negativ beeinflusst.
- Angst und Schuldgefühle: Wenn Sexting starke negative Emotionen wie Angst, Scham oder Schuldgefühle auslöst.
- Verletzung von Grenzen: Wenn Sie oder Ihr Partner wiederholt Grenzen überschreiten und dies zu Konflikten führt, die Sie nicht alleine lösen können.
- Opfer von Missbrauch: Wenn Sie Opfer von "Revenge Porn", Erpressung oder anderen Formen digitaler sexueller Gewalt geworden sind. In solchen Fällen sollten Sie auch die Polizei einschalten.
- Beziehungsprobleme: Wenn Sexting zu Misstrauen, Eifersucht oder anderen schwerwiegenden Problemen in Ihrer Beziehung führt, die Sie nicht alleine bewältigen können.
Ein Sexualtherapeut, Psychologe oder eine Beratungsstelle kann Ihnen helfen, diese Probleme zu bearbeiten, gesunde Kommunikationsstrategien zu entwickeln und einen sicheren Umgang mit Ihrer Sexualität im digitalen Raum zu finden. In der Schweiz gibt es zahlreiche qualifizierte Fachpersonen und Institutionen, die Unterstützung anbieten. Die FMH (Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte) kann Ihnen bei der Suche nach einem geeigneten Spezialisten behilflich sein.
Relu par Dr. Lara Frei, Gynécologue FMH, MD
Sexting ist eine kraftvolle Form der intimen Kommunikation, die, wenn sie mit Bedacht und Respekt eingesetzt wird, Beziehungen bereichern und die sexuelle Zufriedenheit steigern kann. Es ist ein Spiel, das die Fantasie anregt und eine tiefere Verbindung fördert. Doch wie bei jeder Form der sexuellen Interaktion sind Vertrauen, gegenseitiges Einverständnis und klare Grenzen absolut unerlässlich. Ich empfehle Ihnen, offen mit Ihrem Partner zu sprechen, Ihre Wünsche und Ängste zu teilen und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu verstehen. Beginnen Sie klein, experimentieren Sie vorsichtig und geniessen Sie die neue Dimension der Intimität, die Sexting bieten kann. Sprechen Sie miteinander, bevor Sie Nachrichten versenden. Nur so bleibt es eine Quelle der Freude und nicht des Stresses. Dr. Lara Frei, Gynécologue FMH, MD
Questions fréquentes
Kann Sexting eine Beziehung wirklich verbessern?
Ja, zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass Sexting die Beziehungszufriedenheit und Intimität steigern kann, insbesondere in Langzeitbeziehungen oder Fernbeziehungen. Eine Umfrage unter 2000 Erwachsenen ergab, dass etwa 40% der Paare, die regelmässig sexteten, eine verbesserte emotionale und sexuelle Verbindung empfanden. Es kann als Vorspiel dienen, die Kommunikation über sexuelle Wünsche fördern und die Romantik am Leben erhalten, indem es eine spielerische und aufregende Dimension hinzufügt.
Ist es sicher, explizite Bilder von sich selbst zu senden?
Die Sicherheit hängt stark von Ihrem Vertrauen zum Empfänger und den verwendeten Kommunikationsmitteln ab. Es gibt immer ein Restrisiko, dass Bilder weitergeleitet oder gehackt werden könnten. Um das Risiko zu minimieren, sollten Sie Ihr Gesicht vermeiden, keine eindeutig identifizierbaren Merkmale im Hintergrund lassen und sichere, verschlüsselte Apps verwenden. Klären Sie immer das Einverständnis zur Speicherung und Weitergabe. In der Schweiz ist die unerlaubte Weitergabe strafbar.
Was mache ich, wenn mein Partner Inhalte sendet, die ich nicht möchte?
Es ist entscheidend, sofort und klar zu kommunizieren, dass Sie solche Inhalte nicht wünschen. Sagen Sie deutlich "Nein" und setzen Sie Ihre Grenzen. Wenn der Partner dies nicht respektiert und weiterhin unerwünschte Inhalte sendet oder Sie unter Druck setzt, sollten Sie das Sexting sofort beenden und gegebenenfalls weitere Schritte in Erwägung ziehen, wie das Blockieren der Person oder, im Falle von Belästigung, das Suchen von Unterstützung bei Beratungsstellen oder der Polizei.
Welche Rolle spielt die Fantasie beim Sexting?
Fantasie ist eine der wichtigsten Komponenten beim Sexting. Es geht nicht immer um die explizitesten Bilder, sondern oft darum, die Vorstellungskraft des Partners anzuregen. Beschreibungen von Wünschen, Szenarien oder Empfindungen können extrem erregend sein und eine tiefere Verbindung schaffen als jedes Foto. Eine gut formulierte Textnachricht kann eine intensivere Reaktion hervorrufen als ein direktes Bild, da sie Raum für persönliche Interpretationen und Wünsche lässt und die geistige Beteiligung fördert.
Gibt es einen "richtigen" Zeitpunkt für Sexting?
Es gibt keinen allgemeingültigen "richtigen" Zeitpunkt, aber es gibt günstige Momente. Sexting funktioniert am besten, wenn beide Partner entspannt sind und Zeit haben, sich darauf einzulassen – also nicht während der Arbeit oder in Stresssituationen. Abende oder Wochenenden, wenn man sich auf den Partner konzentrieren kann, sind oft ideal. Wichtig ist, dass es sich natürlich anfühlt und nicht erzwungen wirkt. Eine kurze, flirtende Nachricht kann jedoch jederzeit gesendet werden, um die Vorfreude zu wecken.