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STI-Prävention: Ein ganzheitlicher Leitfaden für bewusste Sexualität und Schutz

Es ist eine erschreckende Tatsache: Viele Menschen in der Schweiz unterschätzen das Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Infektion (STI) anzustecken. Tatsächlich zeigen Studien, dass fast die Hälfte der sexuell aktiven Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit einer STI in Kontakt kommt. Prävention wird oft auf die Verwendung von Kondomen reduziert, dabei ist sie ein vielschichtiger Prozess, der weit über physischen Schutz hinausgeht. Als Wellness Coach sehe ich immer wieder, wie fehlendes Wissen oder falsche Scheu zu unnötigen Ängsten und gesundheitlichen Problemen führen. Es ist Zeit, diese Lücke zu schliessen und einen umfassenden, tabufreien Blick auf das Thema zu werfen.

Réponses rapides

Was ist der effektivste Schutz vor STIs?
Der effektivste Schutz kombiniert konsequente und korrekte Kondomnutzung, regelmässige STI-Tests, Impfungen gegen HPV und Hepatitis B sowie offene Kommunikation mit Sexualpartnern über den Gesundheitsstatus.
Welches Produkt kann ich zur STI-Prävention in der Schweiz empfehlen?
Hochwertige Kondome, die den europäischen Normen (z.B. EN ISO 4074) entsprechen, sind essenziell. Marken wie Durex oder Pasante sind in der Schweiz weit verbreitet und bieten zuverlässigen Schutz, wenn sie korrekt angewendet werden.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Suchen Sie bei ungewöhnlichem Ausfluss, Juckreiz, Schmerzen beim Wasserlassen, Blasen oder Wunden im Genitalbereich sofort einen Arzt auf. Auch nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder bei Verdacht auf eine Infektion ist ärztlicher Rat unerlässlich.
Welche Fehler sollte ich bei der STI-Prävention vermeiden?
Vermeiden Sie es, sich auf Vermutungen über den Gesundheitszustand eines Partners zu verlassen. Verzichten Sie nicht auf Kondome, wenn Sie den Status nicht kennen. Schieben Sie Tests nicht auf und scheuen Sie sich nicht, offen über sexuelle Gesundheit zu sprechen.

STI-Prävention: Ein ganzheitlicher Leitfaden für bewusste Sexualität und Schutz

Es ist eine erschreckende Tatsache: Viele Menschen in der Schweiz unterschätzen das Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Infektion (STI) anzustecken. Tatsächlich zeigen Studien, dass fast die Hälfte der sexuell aktiven Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit einer STI in Kontakt kommt. Prävention wird oft auf die Verwendung von Kondomen reduziert, dabei ist sie ein vielschichtiger Prozess, der weit über physischen Schutz hinausgeht. Als Wellness Coach sehe ich immer wieder, wie fehlendes Wissen oder falsche Scheu zu unnötigen Ängsten und gesundheitlichen Problemen führen. Es ist Zeit, diese Lücke zu schliessen und einen umfassenden, tabufreien Blick auf das Thema zu werfen.

Was sind sexuell übertragbare Infektionen (STIs) und warum ist Prävention entscheidend?

Sexuell übertragbare Infektionen (STIs), früher oft als Geschlechtskrankheiten bezeichnet, sind Infektionen, die hauptsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen werden. Dies kann vaginaler, analer oder oraler Sex sein. Die Erreger sind vielfältig und reichen von Bakterien (z.B. Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis) über Viren (z.B. Herpes, HPV, HIV, Hepatitis B) bis hin zu Pilzen oder Parasiten. Das Tückische an vielen STIs ist, dass sie oft lange Zeit keine oder nur unspezifische Symptome verursachen. Eine Person kann unwissentlich infiziert sein und die Infektion weitergeben, ohne es zu merken. Dies macht Prävention nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch für die Gesundheit von Partnern und der gesamten Gemeinschaft so entscheidend.

Unbehandelte STIs können schwerwiegende Langzeitfolgen haben: Unfruchtbarkeit bei Frauen und Männern, chronische Schmerzen, erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten (insbesondere Gebärmutterhalskrebs durch HPV), neurologische Schäden oder sogar lebensbedrohliche Komplikationen. Die Schweiz verzeichnet jährlich signifikante Zahlen: Allein im Jahr 2023 wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) über 12'000 Fälle von Chlamydien, rund 4'500 Fälle von Gonorrhoe und über 1'000 Syphilis-Fälle gemeldet. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass STIs ein relevantes Gesundheitsthema sind, das uns alle angeht. Prävention ist der beste Weg, diese Risiken zu minimieren und eine gesunde Sexualität zu fördern.

Die Säulen der STI-Prävention: Ein umfassender Ansatz

Eine effektive STI-Prävention basiert auf mehreren Säulen, die zusammen einen robusten Schutz bieten. Es ist ein Irrglaube, dass eine einzelne Massnahme ausreicht. Vielmehr geht es um eine Kombination aus Wissen, Verhalten und medizinischer Vorsorge. Ich vergleiche es gerne mit einem Haus: Eine einzelne Wand schützt nicht, aber ein solides Fundament mit mehreren Mauern bietet Sicherheit. Die wichtigsten Säulen sind:

  1. Wissen und Aufklärung: Verstehen, welche STIs es gibt, wie sie übertragen werden, welche Symptome sie haben und wie man sich schützt.
  2. Kondomgebrauch: Die konsequente und korrekte Anwendung von Kondomen ist ein Eckpfeiler des Schutzes.
  3. Regelmässige Tests: Unabhängig von Symptomen ist ein regelmässiger Check-up entscheidend, besonders bei wechselnden Partnern.
  4. Offene Kommunikation: Ehrlichkeit und Transparenz mit Sexualpartnern über den eigenen STI-Status und sexuelle Gesundheit.
  5. Impfungen: Schutzimpfungen gegen bestimmte STIs wie HPV und Hepatitis B.
  6. Hygiene: Allgemeine Körperhygiene kann das Risiko einiger Infektionen mindern, ist aber kein Ersatz für andere Präventionsmassnahmen.

Jede dieser Säulen trägt dazu bei, das Risiko einer Ansteckung oder Weitergabe von STIs zu minimieren. Ignorieren wir eine davon, wird das gesamte Schutzsystem instabil. Es geht nicht darum, Angst zu schüren, sondern darum, uns zu befähigen, informierte Entscheidungen für unsere sexuelle Gesundheit zu treffen.

Kondome: Mehr als nur ein Verhütungsmittel

Kondome sind seit Langem das bekannteste und zugänglichste Mittel zur Prävention von STIs und ungewollten Schwangerschaften. Ihre Effektivität ist bei korrekter Anwendung beeindruckend: Sie bieten einen Schutz von bis zu 98% vor der Übertragung von STIs, die über Körperflüssigkeiten wie Sperma, Vaginalsekret oder Blut übertragen werden. Dazu gehören HIV, Gonorrhoe und Chlamydien. Es ist wichtig zu verstehen, dass Kondome eine physikalische Barriere bilden und den direkten Kontakt der Schleimhäute sowie den Austausch von Flüssigkeiten verhindern.

Allerdings schützen Kondome nicht vor STIs, die durch Haut-zu-Haut-Kontakt im Genitalbereich übertragen werden, wie Herpes oder HPV, wenn die infizierten Hautpartien nicht vollständig bedeckt sind. Dennoch bleiben sie ein wichtiges Werkzeug. Der Schlüssel liegt in der korrekten Anwendung. Dazu gehört:

  • Überprüfen des Verfallsdatums und der Unversehrtheit der Verpackung.
  • Verwenden des Kondoms vor jeglichem genitalen Kontakt.
  • Das richtige Abrollen bis zur Penisbasis, wobei die Spitze für das Ejakulat frei bleiben muss.
  • Nur Gleitmittel auf Wasser- oder Silikonbasis verwenden (ölbasierte Gleitmittel können Latexkondome beschädigen).
  • Das Kondom sofort nach dem Samenerguss entfernen, solange der Penis noch steif ist, und dabei den Ring am Penisansatz festhalten, um ein Abrutschen zu verhindern.

In der Schweiz sind Kondome in Apotheken, Drogerien, Supermärkten und sogar an Tankstellen erhältlich. Die Qualität ist in der Regel hoch, da sie strengen EU- und Schweizer Normen unterliegen. Investieren Sie in gute Qualität; der Schutz Ihrer Gesundheit ist es wert. Ich habe in meiner Praxis erlebt, wie Paare, die anfangs zögerten, Kondome regelmässig zu verwenden, durch offene Gespräche und das Ausprobieren verschiedener Marken und Grössen eine Lösung fanden, die für beide Seiten angenehm war.

Regelmässige Tests: Wissen ist Schutz

Der wohl am meisten unterschätzte Aspekt der STI-Prävention sind regelmässige Tests. Viele STIs verlaufen asymptomatisch, insbesondere Chlamydien und Gonorrhoe, die über lange Zeit keine Beschwerden verursachen können. Das bedeutet, dass man sich infiziert fühlen kann, ohne es zu wissen, und die Infektion unwissentlich weitergeben kann. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt sexuell aktiven Personen, die häufiger die Partner wechseln, sich mindestens einmal jährlich auf STIs testen zu lassen. Bei Symptomen oder nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr ist ein Test natürlich sofort angezeigt.

Ein STI-Test ist heute unkompliziert und diskret. Er kann je nach Erreger einen Urintest, einen Abstrich (z.B. aus dem Rachen, Anus oder Genitalbereich) oder eine Blutprobe umfassen. Die Kosten für STI-Tests werden in der Schweiz von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen, wenn ein Risiko oder Symptome vorliegen. Ein Test auf eigene Initiative, ohne spezifischen Verdacht, kann jedoch Kosten von CHF 50 bis CHF 200 verursachen, je nach Umfang der Tests. Es ist ratsam, dies vorab mit dem Arzt oder der Ärztin zu klären.

Regelmässige Tests sind ein Akt der Verantwortung – sich selbst und seinen Partnern gegenüber. Sie ermöglichen eine frühzeitige Diagnose und Behandlung, was Langzeitfolgen verhindert und die Weiterverbreitung stoppt. Ich persönlich betone immer wieder: Wissen ist Macht, und im Kontext von STIs ist Wissen gleich Schutz. Scheuen Sie sich nicht, das Gespräch mit Ihrem Arzt zu suchen. Es ist ein normaler und wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge.

Sichere Sexualpraktiken und Kommunikation

Neben Kondomen und Tests spielen auch andere sichere Sexualpraktiken eine Rolle. Dazu gehört beispielsweise der Verzicht auf das Teilen von Sexspielzeug, das mit Körperflüssigkeiten in Kontakt gekommen ist, ohne es gründlich zu reinigen oder mit einem Kondom zu bedecken. Auch das Vermeiden von Sex unter Alkohol- oder Drogeneinfluss kann hilfreich sein, da dies die Urteilsfähigkeit beeinträchtigen und dazu führen kann, dass man weniger sichere Entscheidungen trifft.

Der vielleicht wichtigste, aber oft schwierigste Aspekt ist die offene Kommunikation mit Sexualpartnern. Es erfordert Mut, den eigenen STI-Status zu besprechen und den Partner nach seinem zu fragen. Doch diese Ehrlichkeit ist der Grundstein für eine vertrauensvolle und sichere sexuelle Beziehung. Die Kampagne 'Love Life' des BAG fördert genau diese offene Kommunikation mit dem Slogan 'Love Life. Speak about it.'. Sie ermutigt Menschen, über Kondome, Tests und den eigenen Status zu sprechen.

Ich habe in meiner Praxis erlebt, wie Paare durch solche Gespräche nicht nur ihre sexuelle Gesundheit schützten, sondern auch ihre Intimität und ihr Vertrauen zueinander stärkten. Es geht darum, eine Kultur der Offenheit zu schaffen, in der sexuelle Gesundheit genauso selbstverständlich besprochen wird wie andere gesundheitliche Aspekte. Beginnen Sie einfach: 'Ich mache regelmässig STI-Tests, und ich möchte sicherstellen, dass wir beide uns wohlfühlen. Wie denkst du darüber?'

Impfungen: Ein wichtiger Schutzschild

Impfungen bieten einen präventiven Schutz vor bestimmten STIs und sind eine hochwirksame Massnahme. Die zwei wichtigsten Impfungen in diesem Kontext sind:

  • HPV-Impfung (Humanes Papillomavirus): HPV ist die häufigste sexuell übertragbare Virusinfektion. Bestimmte HPV-Typen können Genitalwarzen verursachen, andere hochriskante Typen sind für fast alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs sowie für andere Krebsarten im Anus-, Rachen- und Genitalbereich verantwortlich. Die Impfung wird in der Schweiz für Mädchen und Jungen im Alter von 11 bis 14 Jahren empfohlen und ist in diesem Alter kostenlos. Sie schützt vor den häufigsten krebserregenden und warzenverursachenden HPV-Typen. Auch für ältere Jugendliche und junge Erwachsene bis 26 Jahre wird sie empfohlen und kann noch einen Nutzen bringen. Die Effektivität der Impfung zur Verhinderung von HPV-Infektionen liegt bei über 90%. Bundesamt für Gesundheit (2024)
  • Hepatitis B-Impfung: Hepatitis B ist eine virale Leberentzündung, die durch Blut und andere Körperflüssigkeiten, einschliesslich sexuellen Kontakts, übertragen werden kann. Eine chronische Hepatitis B-Infektion kann zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Die Impfung ist Teil des Schweizer Impfplans für Säuglinge und Kleinkinder. Für nicht geimpfte Erwachsene, die ein erhöhtes Risiko haben (z.B. bei wechselnden Sexualpartnern), wird sie ebenfalls empfohlen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über diese Impfungen. Sie können einen entscheidenden Unterschied für Ihre Langzeitgesundheit machen und sind ein einfacher, aber effektiver Weg, um sich vor schwerwiegenden Krankheiten zu schützen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen diese wichtigen Schutzmöglichkeiten noch nicht nutzen.

Umgang mit einer STI-Diagnose: Unterstützung und nächste Schritte

Trotz aller Präventionsmassnahmen kann es passieren, dass man sich mit einer STI infiziert. Eine Diagnose ist oft mit Scham, Angst oder Wut verbunden. Es ist wichtig zu wissen, dass Sie nicht allein sind und dass viele STIs heute gut behandelbar sind. Die erste und wichtigste Reaktion sollte sein: Suchen Sie umgehend professionelle Hilfe. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann die Diagnose bestätigen und einen Behandlungsplan erstellen.

Die Schritte nach einer Diagnose umfassen typischerweise:

  1. Behandlung: Viele bakterielle STIs wie Chlamydien oder Gonorrhoe können mit Antibiotika geheilt werden. Virale STIs wie Herpes oder HIV sind zwar nicht heilbar, aber mit Medikamenten gut kontrollierbar, um Symptome zu lindern und die Viruslast zu senken.
  2. Partnerinformation: Es ist Ihre Verantwortung, alle Sexualpartner der letzten Wochen oder Monate über Ihre Diagnose zu informieren, damit diese sich ebenfalls testen und gegebenenfalls behandeln lassen können. Dies ist entscheidend, um die Infektionskette zu unterbrechen und Reinfektionen zu vermeiden.
  3. Emotionale Unterstützung: Schamgefühle sind normal, aber es ist wichtig, darüber zu sprechen. Suchen Sie das Gespräch mit einem vertrauten Freund, einem Familienmitglied oder einem Coach. Viele Organisationen in der Schweiz bieten auch anonyme und kostenlose Beratungsdienste an.
  4. Prävention in Zukunft: Reflektieren Sie Ihre Präventionsstrategien und passen Sie diese an, um zukünftige Infektionen zu vermeiden.

Eine STI-Diagnose ist kein Weltuntergang, sondern ein Weckruf, sich bewusster mit der eigenen sexuellen Gesundheit auseinanderzusetzen. Ich habe Klienten begleitet, die nach einer Diagnose gestärkter und informierter aus der Situation hervorgegangen sind, weil sie gelernt haben, Verantwortung zu übernehmen und offen zu kommunizieren.

Wann Sie einen Fachmann konsultieren sollten

Die Frage, wann man einen Arzt aufsuchen sollte, ist bei sexueller Gesundheit von grosser Bedeutung. Zögern Sie nicht, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken oder eine der folgenden Situationen eintritt:

  • Symptome: Ungewöhnlicher Ausfluss aus Penis oder Vagina, Juckreiz, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterbauch oder Hoden, Bläschen, Warzen oder Wunden im Genital- oder Analbereich, Schwellungen in der Leiste.
  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr: Wenn Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem Partner hatten, dessen STI-Status Sie nicht kennen oder der möglicherweise infiziert ist.
  • Neuer Partner: Es ist ratsam, sich vor oder zu Beginn einer neuen sexuellen Beziehung testen zu lassen, um Klarheit für beide Seiten zu schaffen.
  • Multiple Partner: Bei wechselnden Sexualpartnern ist ein jährlicher Check-up oder häufiger, je nach Risikoverhalten, empfehlenswert.
  • Partner mit STI-Diagnose: Wenn Ihr Partner positiv auf eine STI getestet wurde, sollten Sie sich ebenfalls testen und behandeln lassen.
  • Allgemeine Unsicherheit: Wenn Sie einfach unsicher sind oder Fragen zu Ihrer sexuellen Gesundheit haben, ist ein Arztbesuch immer sinnvoll.

In der Schweiz können Sie sich an Ihren Hausarzt, einen Gynäkologen, Urologen oder an spezialisierte Testzentren und Beratungsstellen wenden. Die Konsultation ist vertraulich und sollte ohne Scham erfolgen. Ihre Gesundheit steht an erster Stelle. Warten Sie nicht, bis Symptome schlimmer werden oder Komplikationen auftreten.

Mythen und Fakten rund um STIs

Um eine effektive Prävention zu gewährleisten, müssen wir auch mit verbreiteten Mythen aufräumen. Viele dieser Irrtümer führen zu falschem Verhalten und unnötigen Risiken:

  • Mythos: Man merkt immer, wenn man eine STI hat.
    Fakt: Viele STIs wie Chlamydien, Gonorrhoe oder frühe Syphilis-Stadien verlaufen oft asymptomatisch. Man kann unwissentlich Träger sein und die Infektion weitergeben.
  • Mythos: STIs betreffen nur bestimmte Gruppen von Menschen.
    Fakt: STIs können jeden treffen, der sexuell aktiv ist, unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung oder sozialem Status. Das Risiko hängt vom Sexualverhalten ab, nicht von der Person.
  • Mythos: Sexspielzeug kann keine STIs übertragen.
    Fakt: Sexspielzeuge können Körperflüssigkeiten und somit auch STI-Erreger übertragen. Sie sollten nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt oder mit einem frischen Kondom bedeckt werden, wenn sie von mehreren Personen genutzt werden.
  • Mythos: Die Pille schützt vor STIs.
    Fakt: Die Antibabypille ist ein sehr effektives Verhütungsmittel gegen Schwangerschaft, bietet aber keinerlei Schutz vor STIs. Dafür sind Kondome notwendig.
  • Mythos: Man kann STIs durch Küssen oder Toilettensitze bekommen.
    Fakt: Die meisten STIs werden durch den Austausch von Körperflüssigkeiten oder direkten Schleimhautkontakt beim Geschlechtsverkehr übertragen. Eine Übertragung durch alltägliche Kontakte wie Küssen ist selten (ausser bei oralem Herpes oder manchmal Syphilis im Mundbereich) und durch Toilettensitze praktisch ausgeschlossen, da die Erreger ausserhalb des Körpers schnell absterben.

Diese Klarstellung ist mir als Wellness Coach besonders wichtig. Wir können nur dann verantwortungsvoll handeln, wenn wir die Fakten kennen. Lassen Sie sich nicht von Gerüchten oder Halbwissen verunsichern.

Geprüft von Emma Fischer, Wellness Coach zertifizierte

Die Prävention von sexuell übertragbaren Infektionen ist keine Last, sondern eine Chance, unsere sexuelle Gesundheit aktiv in die Hand zu nehmen. Als Emma Fischer, Wellness Coach, sehe ich immer wieder, dass das grösste Hindernis oft nicht mangelnde Mittel, sondern mangelndes Wissen und fehlende Kommunikation sind. Es ist an der Zeit, Scham und Schweigen zu durchbrechen. Nehmen Sie die Kontrolle über Ihre sexuelle Gesundheit, indem Sie sich informieren, regelmässig testen lassen und offen mit Ihren Partnern kommunizieren. Ihr Körper und Ihre Beziehungen werden es Ihnen danken. Ich empfehle Ihnen dringend, heute noch einen Termin für einen STI-Check-up zu vereinbaren, um Klarheit zu schaffen und Ihre Gesundheit zu schützen.

Questions fréquentes

Wie oft sollte ich mich auf STIs testen lassen, wenn ich regelmässig wechselnde Partner habe?

Wenn Sie regelmässig wechselnde Sexualpartner haben, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen STI-Test mindestens einmal jährlich. Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder nach einem Partnerwechsel, bei dem Sie den Status nicht kennen, kann ein Test auch alle 3 bis 6 Monate sinnvoll sein. Bedenken Sie, dass einige STIs eine Inkubationszeit von mehreren Wochen haben können, bevor sie nachweisbar sind. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über das für Sie passende Testintervall, um optimale Sicherheit zu gewährleisten und die jährliche Zahl von über 12'000 Chlamydienfällen in der Schweiz nicht weiter zu erhöhen.

Sind orale STIs genauso gefährlich wie genitale STIs?

Ja, orale STIs können ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen und sind genauso gefährlich wie genitale STIs, auch wenn sie oft weniger beachtet werden. Gonorrhoe und Chlamydien können im Rachenraum asymptomatisch verlaufen, aber bei Nichtbehandlung zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Syphilis kann sich auch im Mund manifestieren und unbehandelt systemische Schäden verursachen. Herpesviren können im Mundbereich Fieberbläschen verursachen und sind hoch ansteckend. Die Übertragung von HIV durch Oralverkehr ist zwar seltener als bei anderen Praktiken, aber nicht ausgeschlossen. Prävention, einschliesslich der Verwendung von Kondomen oder Dental Dams beim Oralverkehr, ist daher auch hier wichtig.

Welche Rolle spielt die sexuelle Orientierung bei der STI-Prävention?

Die sexuelle Orientierung selbst spielt keine direkte Rolle bei der Anfälligkeit für STIs, aber bestimmte sexuelle Praktiken, die in verschiedenen Gemeinschaften verbreitet sind, können unterschiedliche Risikoprofile mit sich bringen. Zum Beispiel ist das Risiko für bestimmte STIs wie Syphilis und Gonorrhoe bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), in der Schweiz statistisch höher. Unabhängig von der sexuellen Orientierung sind die grundlegenden Präventionsprinzipien – Kondomgebrauch, regelmässige Tests, offene Kommunikation und Impfungen – für alle sexuell aktiven Personen gleichermassen wichtig. Es geht darum, das persönliche Risikoverhalten zu verstehen und entsprechende Schutzmassnahmen zu ergreifen, nicht um die Orientierung selbst.

Kann ich mich trotz Kondomgebrauch mit STIs anstecken?

Ja, obwohl Kondome einen sehr hohen Schutz bieten, ist ein Restrisiko vorhanden. Kondome schützen primär vor STIs, die durch Körperflüssigkeiten übertragen werden (z.B. HIV, Chlamydien, Gonorrhoe). Bei STIs, die durch Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen werden, wie Herpes oder HPV, kann eine Ansteckung auch dann erfolgen, wenn die infizierten Hautpartien nicht vollständig vom Kondom bedeckt sind. Auch bei unsachgemässer Anwendung, wie dem Reissen oder Abrutschen des Kondoms, kann der Schutz beeinträchtigt sein. Daher ist es entscheidend, Kondome korrekt und konsequent zu verwenden und diese mit anderen Präventionsstrategien wie Tests und Impfungen zu kombinieren, um das Risiko weiter zu minimieren.

Was ist PrEP und für wen ist sie geeignet?

PrEP steht für Prä-Expositions-Prophylaxe und ist eine medikamentöse Präventionsmethode, die HIV-negative Personen vor einer HIV-Infektion schützt. Dabei nehmen Personen, die einem erhöhten HIV-Risiko ausgesetzt sind (z.B. Männer, die Sex mit Männern haben, oder Personen mit Partnern, die HIV-positiv sind und keine unterdrückte Viruslast haben), täglich oder bedarfsorientiert ein spezielles Medikament ein. PrEP ist hochwirksam (über 99% Schutz bei korrekter Einnahme), schützt aber ausschliesslich vor HIV und nicht vor anderen STIs. Eine PrEP-Behandlung muss von einem Arzt verschrieben und begleitet werden, einschliesslich regelmässiger Tests auf HIV und andere STIs. In der Schweiz können die Kosten für PrEP unter bestimmten Bedingungen von der Krankenkasse übernommen werden.