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Elektrostimulation: Mehr als nur ein Kribbeln – Ein Leitfaden für Ihr Wohlbefinden

Es mag überraschend klingen, aber die Elektrostimulation, oft noch als Nischenanwendung belächelt, birgt ein enormes Potenzial für unser tägliches Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Viele verbinden sie primär mit Leistungssport oder Physiotherapie. Doch die Realität ist, dass moderne Geräte für den Heimgebrauch zugänglich geworden sind und vielfältige Vorteile bieten können – von der Schmerzlinderung bis zur Stärkung des Beckenbodens. Als Wellness Coach habe ich beobachtet, wie Vorurteile dieser effektiven Methode oft im Wege stehen.

Réponses rapides

Was ist Elektrostimulation kurz erklärt?
Elektrostimulation nutzt elektrische Impulse, um Nerven oder Muskeln zu stimulieren. Sie hilft bei Schmerzlinderung (TENS), Muskelaufbau (EMS) oder der Stärkung des Beckenbodens und wird für therapeutische wie auch entspannende Zwecke eingesetzt.
Welches Produkt wird in der Schweiz empfohlen?
Für den Heimgebrauch sind Beckenbodentrainer mit EMS-Funktion, wie der 'Perifit Kegel Trainer' oder diskrete TENS-Geräte für gezielte Schmerzlinderung, beliebt. Preise starten ab etwa 150 CHF.
Wann sollte ich einen Experten konsultieren?
Konsultieren Sie einen Arzt oder Physiotherapeuten bei chronischen Schmerzen, Vorerkrankungen, Schwangerschaft, Herzschrittmacher oder wenn Sie unsicher sind, ob Elektrostimulation für Sie geeignet ist.
Welche Fehler sollte ich vermeiden?
Vermeiden Sie die Anwendung auf offenen Wunden, bei Metallimplantaten, während der Schwangerschaft ohne ärztliche Absprache und das Überschreiten der empfohlenen Intensität, um Hautirritationen oder Muskelzerrungen zu verhindern.

Die Grundlagen der Elektrostimulation verstehen

Elektrostimulation, oft auch als EMS (Elektrische Muskelstimulation) oder TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) bezeichnet, ist eine Methode, die elektrische Impulse nutzt, um Nerven oder Muskeln im Körper zu aktivieren. Die Technologie dahinter ist seit Jahrzehnten bekannt und wird in der Medizin und Physiotherapie erfolgreich eingesetzt. Es geht darum, über Elektroden, die auf der Haut platziert werden, gezielte elektrische Signale zu senden, die Muskelkontraktionen auslösen oder Nervenimpulse beeinflussen.

Die Art des Stroms, die Frequenz und die Intensität sind dabei entscheidend für die Wirkung. Bei EMS zum Beispiel imitieren die elektrischen Impulse die natürlichen Signale des Gehirns, die Muskeln zur Kontraktion anregen. Dies kann zur Stärkung, zum Aufbau oder zur Rehabilitation von Muskeln genutzt werden. TENS hingegen zielt darauf ab, Schmerzsignale zu blockieren oder die Ausschüttung körpereigener schmerzstillender Substanzen (Endorphine) anzuregen. Beide Ansätze haben das Potenzial, das Wohlbefinden erheblich zu verbessern, wenn sie richtig und sicher angewendet werden.

Wie Elektrostimulation funktioniert: TENS, EMS und FES

Um die Vorteile der Elektrostimulation voll ausschöpfen zu können, ist es wichtig, die verschiedenen Funktionsweisen zu kennen. Es gibt hauptsächlich drei Typen, die jeweils unterschiedliche Ziele verfolgen:

  • TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation): TENS-Geräte senden niedrigfrequente elektrische Impulse durch die Haut an die Nerven. Dies kann auf zwei Arten Schmerzen lindern: Erstens, durch die Blockade von Schmerzsignalen, die zum Gehirn gesendet werden (Gate-Control-Theorie), und zweitens, durch die Anregung der Produktion von Endorphinen, den natürlichen Schmerzmitteln des Körpers. TENS wird häufig bei chronischen Schmerzen wie Rückenschmerzen, Arthritis oder Migräne eingesetzt. Die Intensität ist dabei so gewählt, dass ein angenehmes Kribbeln zu spüren ist, aber keine Muskelkontraktion ausgelöst wird.
  • EMS (Elektrische Muskelstimulation): EMS-Geräte verwenden elektrische Impulse, um direkt die Muskeln zu stimulieren und Kontraktionen auszulösen. Diese Kontraktionen ähneln denen, die bei willkürlicher Bewegung auftreten, können aber intensiver und gezielter sein. EMS wird zur Muskelstärkung, zum Muskelaufbau, zur Verbesserung der Ausdauer, zur Rehabilitation nach Verletzungen und zur Entspannung von Muskeln eingesetzt. Es ist auch eine beliebte Methode im Sport und Fitnessbereich, um Trainingsergebnisse zu optimieren. Geräte wie ein Beckenbodentrainer mit EMS-Funktion fallen in diese Kategorie.
  • FES (Funktionelle Elektrische Stimulation): FES ist eine spezielle Form der EMS, die darauf abzielt, funktionelle Bewegungen bei Personen mit neurologischen Beeinträchtigungen wiederherzustellen oder zu unterstützen. Beispielsweise kann FES einem Patienten mit Fussheberschwäche helfen, den Fuss beim Gehen anzuheben. Die Impulse werden so getaktet, dass sie eine natürliche Bewegung simulieren und unterstützen.

Die Wahl der richtigen Methode hängt stark vom gewünschten Anwendungsbereich ab. Ein TENS-Gerät für die Schmerzlinderung unterscheidet sich in seinen Frequenzen und Impulsformen erheblich von einem EMS-Gerät, das auf Muskelaufbau ausgelegt ist. Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem eine Klientin ihr TENS-Gerät für den Muskelaufbau nutzen wollte – das ist, als würde man versuchen, mit einem Schraubenzieher einen Nagel einzuschlagen. Die Werkzeuge sind spezifisch für ihre Aufgabe.

Vorteile der Elektrostimulation für Ihr Wohlbefinden

Die Anwendung von Elektrostimulation kann in vielen Bereichen des täglichen Lebens zu einer erheblichen Verbesserung des Wohlbefindens führen. Hier sind einige der wichtigsten Vorteile:

  • Schmerzlinderung: TENS ist eine etablierte Methode zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzen. Studien zeigen, dass bei etwa 60-70% der Anwender eine deutliche Reduktion von Schmerzen erreicht werden kann, insbesondere bei Rücken-, Nacken-, Gelenkschmerzen und Menstruationsbeschwerden. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2018 bestätigte die Wirksamkeit von TENS bei verschiedenen chronischen Schmerzzuständen.
  • Muskelstärkung und -aufbau: EMS kann dazu beitragen, Muskeln zu stärken und ihr Volumen zu erhöhen, selbst ohne intensive körperliche Anstrengung. Dies ist besonders nützlich für Menschen, die sich von Verletzungen erholen, Bettlägerige oder Sportler, die ihre Leistung steigern möchten. Eine 20-minütige EMS-Sitzung kann laut einigen Studien die Effektivität eines herkömmlichen Krafttrainings um bis zu 30% steigern.
  • Beckenbodentraining: Für viele Frauen und Männer ist die Stärkung des Beckenbodens ein wichtiges Thema, sei es nach der Geburt, im Alter oder zur Verbesserung der sexuellen Gesundheit. EMS-Beckenbodentrainer sind hier äusserst effektiv. Regelmässige Anwendung, beispielsweise 15-20 Minuten, 3-4 Mal pro Woche, kann Inkontinenzprobleme signifikant reduzieren und das sexuelle Empfinden verbessern. Dies ist ein Bereich, der oft noch tabuisiert wird, obwohl die Auswirkungen auf die Lebensqualität enorm sind.
  • Entspannung und Stressabbau: Bestimmte Programme von EMS-Geräten können zur Muskelentspannung beitragen und Verspannungen lösen, was wiederum Stress reduzieren kann. Ein angenehmes Kribbeln kann auch ablenken und ein Gefühl des Wohlbefindens fördern.
  • Verbesserung der Durchblutung: Die durch Elektrostimulation ausgelösten Muskelkontraktionen können die lokale Durchblutung fördern, was den Abtransport von Stoffwechselprodukten beschleunigt und zur Regeneration beitragen kann.

Arten von Elektrostimulationsgeräten für den Heimgebrauch

Der Markt bietet eine Vielzahl von Geräten für den Heimgebrauch, die sich in ihrer Funktionalität, Grösse und dem Anwendungsbereich unterscheiden. Es ist wichtig, das passende Gerät für die individuellen Bedürfnisse auszuwählen:

  • Kompakte TENS-Geräte: Diese sind oft handlich und batteriebetrieben, ideal für die gezielte Schmerzlinderung unterwegs oder zu Hause. Sie verfügen über verschiedene Programme und Intensitätsstufen. Ein Beispiel wäre ein diskreter Stimulator für den Rückenbereich.
  • EMS-Muskelstimulatoren: Grösser und oft mit mehr Kanälen (Anschlussmöglichkeiten für Elektroden), um mehrere Muskelgruppen gleichzeitig zu trainieren. Sie bieten Programme für Krafttraining, Ausdauer und Regeneration.
  • Kombigeräte (TENS/EMS): Diese vereinen die Funktionen beider Technologien in einem Gerät, was Flexibilität in der Anwendung bietet.
  • Beckenbodentrainer mit EMS-Funktion: Speziell entwickelte Geräte, oft in Form von Vaginalsonden oder Analsonden, die elektrische Impulse direkt an die Beckenbodenmuskulatur abgeben. Der 'Perifit Kegel Trainer' ist ein bekanntes Beispiel, das über eine App gesteuert wird und interaktives Training ermöglicht. Solche Geräte sind diskret und können das Training effektiver gestalten als rein manuelle Übungen.
  • Gürtel und Manschetten mit integrierten Elektroden: Für spezifische Bereiche wie Bauchmuskeln oder Arme, bieten sie eine einfache Anwendung ohne separate Elektroden.

Die Qualität und Sicherheit der Geräte können stark variieren. Achten Sie auf CE-Kennzeichnungen und, im Falle der Schweiz, auf die Einhaltung der Vorschriften von Swissmedic für Medizinprodukte.

Anwendung und Sicherheit: Was Sie beachten sollten

Die korrekte Anwendung ist entscheidend für die Wirksamkeit und Sicherheit der Elektrostimulation. Hier sind einige wichtige Punkte:

Vorbereitung und Platzierung der Elektroden

Die Haut sollte sauber, trocken und frei von Lotionen oder Ölen sein. Platzieren Sie die Elektroden immer auf intakter Haut. Die genaue Platzierung hängt vom Anwendungsbereich ab: Bei Schmerzen sollten die Elektroden um den Schmerzbereich herum oder auf den jeweiligen Nervenbahnen platziert werden. Für die Muskelstimulation werden sie direkt auf dem zu trainierenden Muskel angebracht. Eine zu geringe oder falsche Kontaktfläche kann zu unangenehmen Stromspitzen führen.

Intensität und Dauer

Beginnen Sie immer mit der niedrigsten Intensität und steigern Sie diese langsam, bis Sie ein angenehmes Kribbeln (TENS) oder eine deutliche, aber schmerzfreie Muskelkontraktion (EMS) spüren. Eine zu hohe Intensität kann unangenehm oder sogar schmerzhaft sein und zu Hautirritationen führen. Die Dauer einer Sitzung variiert je nach Programm und Ziel, liegt aber meist zwischen 15 und 30 Minuten. Halten Sie sich strikt an die Anweisungen des Geräteherstellers.

Hygiene und Pflege

Reinigen Sie die Elektroden nach jedem Gebrauch gemäss Herstellerangaben. Selbstklebende Elektroden verlieren mit der Zeit ihre Haftkraft und sollten regelmässig ersetzt werden. Achten Sie auf Anzeichen von Hautirritationen unter den Elektroden und legen Sie bei Bedarf Pausen ein.

Kontraindikationen: Wann Sie Elektrostimulation meiden sollten

Es gibt bestimmte Situationen, in denen Elektrostimulation nicht angewendet werden sollte:

  • Herzschrittmacher oder andere elektronische Implantate: Die elektrischen Impulse könnten die Funktion dieser Geräte stören.
  • Schwangerschaft: Insbesondere im Bauch- und Beckenbereich sollte Elektrostimulation vermieden werden, da die Auswirkungen auf den Fötus nicht ausreichend erforscht sind.
  • Epilepsie: Die Anwendung im Kopf- und Nackenbereich kann Anfälle auslösen.
  • Krebs: Auf oder in der Nähe von Tumoren sollte keine Elektrostimulation erfolgen.
  • Thrombose oder Venenentzündungen: Die Stimulation könnte die Ablösung eines Blutgerinnsels provozieren.
  • Offene Wunden, Hauterkrankungen oder -irritationen: Die Elektroden sollten nicht auf geschädigter Haut platziert werden.
  • Fieber oder akute Entzündungen: Kann die Symptome verschlimmern.
  • Bei Kindern: Nur unter ärztlicher Aufsicht.

Mythen und Fakten rund um die Elektrostimulation

Wie bei vielen innovativen Technologien halten sich auch bei der Elektrostimulation einige Mythen hartnäckig. Lassen Sie uns einige davon beleuchten:

  • Mythos: Elektrostimulation ist schmerzhaft.
    Fakt: Bei korrekter Anwendung sollte Elektrostimulation niemals schmerzhaft sein. TENS erzeugt ein Kribbeln, EMS eine angenehme, aber deutliche Muskelkontraktion. Schmerz deutet auf eine zu hohe Intensität oder falsche Elektrodenplatzierung hin.
  • Mythos: Elektrostimulation ersetzt komplettes Training.
    Fakt: EMS kann Training ergänzen und intensivieren, aber es ersetzt nicht die komplexen Bewegungsabläufe, die Koordination und das Herz-Kreislauf-Training eines ganzheitlichen Workouts. Es ist ein Hilfsmittel, kein Ersatz für aktive Bewegung.
  • Mythos: Man kann durch Elektrostimulation abnehmen.
    Fakt: Direkten Gewichtsverlust bewirkt Elektrostimulation nicht. Zwar kann der erhöhte Muskeltonus den Grundumsatz leicht steigern, aber für eine effektive Gewichtsreduktion sind eine ausgewogene Ernährung und regelmässiges, aktives Training unerlässlich.
  • Mythos: Alle Geräte sind gleich.
    Fakt: Es gibt erhebliche Qualitäts- und Funktionsunterschiede zwischen den Geräten. Billige Produkte können ineffektiv oder sogar unsicher sein. Investieren Sie in ein zertifiziertes Gerät von einem renommierten Hersteller, besonders wenn es um Ihre Gesundheit geht.
  • Mythos: Elektrostimulation macht süchtig.
    Fakt: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Elektrostimulation körperlich süchtig macht. Die Anwendung kann jedoch so angenehm und schmerzlindernd sein, dass man sie gerne regelmässig nutzt.

Wann Sie einen Fachmann konsultieren sollten

Obwohl viele Elektrostimulationsgeräte für den Heimgebrauch sicher sind, gibt es Situationen, in denen die Konsultation eines medizinischen Fachmanns unerlässlich ist. Dies stellt sicher, dass Sie die Methode sicher und effektiv anwenden und keine zugrunde liegenden Gesundheitsprobleme übersehen werden.

  • Bei chronischen oder unerklärlichen Schmerzen: Bevor Sie TENS zur Schmerzlinderung einsetzen, sollte ein Arzt die Ursache der Schmerzen abklären. Elektrostimulation kann Symptome lindern, aber nicht die Ursache beheben.
  • Bei Vorerkrankungen: Wenn Sie an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, neurologischen Störungen oder anderen chronischen Krankheiten leiden, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie Elektrostimulation anwenden.
  • Nach Verletzungen oder Operationen: Ein Physiotherapeut oder Arzt kann Ihnen spezifische EMS-Programme empfehlen, die auf Ihre Rehabilitation zugeschnitten sind und den Heilungsprozess optimal unterstützen.
  • Bei Unsicherheiten bezüglich der Anwendung: Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie das Gerät richtig anwenden sollen, welche Intensität oder Platzierung der Elektroden für Sie geeignet ist, suchen Sie professionelle Anleitung. Falsche Anwendung kann ineffektiv sein oder im schlimmsten Fall zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.
  • Wenn Sie einen Herzschrittmacher oder andere Implantate haben: Dies ist eine absolute Kontraindikation und erfordert eine ärztliche Freigabe.
  • Schwangerschaft: Obwohl einige Ärzte TENS zur Geburtserleichterung empfehlen, sollte die Anwendung während der Schwangerschaft immer mit dem behandelnden Gynäkologen abgesprochen werden.
  • Wenn Symptome sich verschlimmern oder neue Beschwerden auftreten: Beenden Sie die Anwendung sofort und suchen Sie medizinischen Rat.

In der Schweiz ist es gängige Praxis, dass Physiotherapeuten und Ärzte Elektrostimulation als Teil ihrer Behandlung anbieten. Eine Überweisung durch den Hausarzt kann in vielen Fällen die Kosten für professionelle Anwendungen oder die Beratung durch Spezialisten teilweise über die Grundversicherung abdecken, je nach Art der Indikation und der Zusatzversicherung.

Die richtige Wahl treffen: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Angesichts der Vielfalt an Produkten auf dem Markt kann die Wahl des richtigen Elektrostimulationsgerätes überwältigend sein. Hier sind einige Kriterien, die Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen können:

  1. Anwendungsbereich: Wofür möchten Sie das Gerät hauptsächlich nutzen? Schmerzlinderung (TENS), Muskelaufbau (EMS), Beckenbodentraining oder eine Kombination? Wählen Sie ein Gerät, das auf Ihren Hauptzweck zugeschnitten ist.
  2. Zertifizierungen und Qualität: Achten Sie auf CE-Kennzeichnungen und die Einhaltung medizinischer Standards. Ein seriöser Hersteller bietet auch detaillierte Gebrauchsanweisungen und Kundenservice. In der Schweiz sollten Sie auf die Konformität mit den Swissmedic-Vorschriften achten.
  3. Anzahl der Kanäle und Programme: Mehr Kanäle ermöglichen die gleichzeitige Stimulation mehrerer Muskelgruppen. Eine grössere Auswahl an Programmen (z.B. für verschiedene Schmerzarten, Muskelgruppen oder Trainingsziele) bietet mehr Flexibilität.
  4. Benutzerfreundlichkeit: Ist das Gerät intuitiv zu bedienen? Sind die Einstellungen leicht verständlich? Eine klare Anzeige und einfache Navigation sind von Vorteil.
  5. Batterielebensdauer und Ladeoptionen: Ein wiederaufladbarer Akku ist oft praktischer und umweltfreundlicher als Einwegbatterien.
  6. Ergonomie und Design: Besonders bei Geräten für intime Bereiche, wie einem diskreten Stimulator für das Wohlbefinden, ist ein ergonomisches Design wichtig für Komfort und Hygiene.
  7. Preis-Leistungs-Verhältnis: Gute Geräte gibt es in verschiedenen Preisklassen. Vergleichen Sie Funktionen und Qualität, aber lassen Sie sich nicht ausschliesslich vom Preis leiten. Ein hochwertiges Gerät kann eine langfristige Investition in Ihre Gesundheit sein.

Denken Sie daran: Ein gutes Gerät ist nur so gut wie seine Anwendung. Nehmen Sie sich Zeit, die Bedienungsanleitung sorgfältig zu lesen und im Zweifelsfall professionellen Rat einzuholen.

Die Elektrostimulation ist keine Wundermethode, aber ein wissenschaftlich fundiertes und vielseitiges Instrument, das bei richtiger Anwendung das Wohlbefinden erheblich steigern kann. Ob zur Schmerzlinderung, zum Muskelaufbau oder zur Stärkung des Beckenbodens – die Potenziale sind gross. Mein Rat als Wellness Coach ist klar: Informieren Sie sich umfassend, wählen Sie ein zertifiziertes Gerät und konsultieren Sie im Zweifelsfall immer einen medizinischen Fachmann. Beginnen Sie mit kleinen Schritten, hören Sie auf Ihren Körper und entdecken Sie, wie diese Technologie Ihr Leben bereichern kann. Eine bewusste und informierte Nutzung ist der Schlüssel zum Erfolg.

Geprüft von Emma Fischer, zertifizierte Wellness Coach.

Questions fréquentes

Kann Elektrostimulation auch bei Erektionsstörungen oder zur Verbesserung der sexuellen Gesundheit eingesetzt werden?

Ja, Forschungen deuten darauf hin, dass gezielte Elektrostimulation des Beckenbodens bei Männern mit erektiler Dysfunktion helfen kann, indem sie die Durchblutung und Nervenfunktion in der Region verbessert. Für Frauen kann die Stärkung des Beckenbodens durch EMS zu einer erhöhten Sensibilität und stärkeren Orgasmen führen. Eine Studie aus dem Jahr 2022 zeigte bei 75% der teilnehmenden Frauen eine signifikante Verbesserung der sexuellen Funktion nach 12 Wochen Beckenboden-EMS-Training. Es ist jedoch essenziell, dies unter Anleitung eines Spezialisten zu tun, um die richtigen Muskelgruppen anzusprechen und Überstimulation zu vermeiden.

Wie oft und wie lange sollte ich Elektrostimulation anwenden?

Die Häufigkeit und Dauer hängen stark vom Anwendungsziel und dem Gerätetyp ab. Für die Schmerzlinderung mit TENS können tägliche Sitzungen von 20-60 Minuten sinnvoll sein, bei Bedarf auch mehrmals täglich. Für Muskelaufbau mit EMS werden oft 2-3 Sitzungen pro Woche à 20-30 Minuten empfohlen, um den Muskeln ausreichend Regenerationszeit zu geben. Beckenbodentraining kann 3-5 Mal pro Woche für 15-20 Minuten erfolgen. Beachten Sie immer die spezifischen Empfehlungen des Geräteherstellers und konsultieren Sie bei Unsicherheit einen Physiotherapeuten oder Arzt.

Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken bei der Anwendung von Elektrostimulation?

Bei korrekter Anwendung sind Nebenwirkungen selten und meist mild. Dazu gehören leichte Hautirritationen oder Rötungen unter den Elektroden, besonders bei empfindlicher Haut oder bei zu langer Anwendung. In seltenen Fällen können Muskelkater oder leichte Muskelzerrungen auftreten, wenn die Intensität zu hoch gewählt wurde. Schwerwiegende Risiken bestehen hauptsächlich bei Missachtung der Kontraindikationen, wie der Anwendung bei Herzschrittmachern oder während der Schwangerschaft ohne ärztliche Absprache. Es ist wichtig, die Gebrauchsanweisung genau zu befolgen und bei Bedenken einen Arzt zu konsultieren.

Kann Elektrostimulation zur Verbesserung der sportlichen Leistung beitragen?

Ja, EMS wird im Sportbereich zunehmend zur Leistungssteigerung eingesetzt. Es kann helfen, die Maximalkraft, Ausdauer und sogar die Explosivkraft zu verbessern, indem es Muskelfasern anspricht, die bei herkömmlichem Training möglicherweise nicht vollständig aktiviert werden. Spitzensportler nutzen EMS oft als Ergänzung zum regulären Training, um Regenerationszeiten zu verkürzen oder gezielt Schwachstellen zu trainieren. Eine Studie mit Fussballspielern zeigte, dass 8 Wochen EMS-Training die Sprungkraft um durchschnittlich 12% verbesserte. Es ist jedoch kein Ersatz für sportartspezifisches Training und sollte in Absprache mit einem Sportmediziner oder Trainer erfolgen.

Sind die Elektroden wiederverwendbar und wie pflege ich sie richtig?

Die meisten selbstklebenden Elektroden sind mehrfach wiederverwendbar, solange ihre Klebkraft erhalten bleibt. Die Lebensdauer variiert je nach Qualität und Pflege, liegt aber oft zwischen 10 und 30 Anwendungen. Um die Lebensdauer zu verlängern, reinigen Sie die Haut vor der Anwendung gründlich und bewahren Sie die Elektroden nach Gebrauch auf der Schutzfolie und in einem luftdichten Beutel auf. Bei nachlassender Klebkraft oder bei Anzeichen von Verschmutzung sollten die Elektroden aus hygienischen und funktionellen Gründen ersetzt werden. Die Kosten für ein Set neuer Elektroden liegen in der Schweiz meist zwischen 15 und 30 CHF.