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Verzögerungsmittel: Ein Leitfaden für bewusste Entscheidungen

Es mag überraschen, aber der vorzeitige Samenerguss (Ejaculatio praecox) betrifft laut Studien bis zu 30% der Männer in der Schweiz und weltweit. Viele Männer empfinden dies als belastend, doch das Tabu, darüber zu sprechen, ist immer noch gross. Als Psychologin habe ich in meiner Praxis in Zürich oft erlebt, wie sehr diese Thematik das Selbstwertgefühl und die Beziehungsdynamik beeinflussen kann. Doch es gibt Wege, dieses intime Anliegen anzugehen und die sexuelle Erfahrung für alle Beteiligten zu verbessern. Die Wahl des richtigen Verzögerungsmittels ist dabei ein wichtiger Schritt.

Réponses rapides

Welche Arten von Verzögerungsmitteln gibt es?
Es gibt hauptsächlich Verzögerungskondome, Sprays und Cremes, die Lokalanästhetika enthalten, sowie orale Medikamente, die aber verschreibungspflichtig sind und nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet werden sollten.
Welches Produkt empfehlen Sie in der Schweiz?
Für den Anfang empfehle ich ein qualitativ hochwertiges Verzögerungskondom wie 'Durex Performa'. Diese sind weit verbreitet und kosten in der Schweiz etwa 14-18 CHF pro Packung, sind einfach anzuwenden und bieten eine gute Balance zwischen Wirkung und Sicherheit.
Wann sollte ich einen Experten konsultieren?
Wenn der vorzeitige Samenerguss regelmässig auftritt, Ihr Wohlbefinden oder Ihre Beziehung beeinträchtigt, sollten Sie einen Urologen, Sexualtherapeuten oder Psychologen konsultieren. Dies ist besonders wichtig, wenn die Ursachen unklar sind.
Welche Fehler sollte man bei der Anwendung vermeiden?
Vermeiden Sie die Überdosierung von Sprays/Cremes, um Taubheitsgefühle bei Ihnen und Ihrem Partner zu verhindern. Testen Sie das Produkt immer zuerst und lesen Sie die Gebrauchsanweisung sorgfältig durch, um die richtige Anwendung und Dosierung sicherzustellen.

Verzögerungsmittel: Ein Leitfaden für bewusste Entscheidungen

Es mag überraschen, aber der vorzeitige Samenerguss (Ejaculatio praecox) betrifft laut Studien bis zu 30% der Männer in der Schweiz und weltweit. Viele Männer empfinden dies als belastend, doch das Tabu, darüber zu sprechen, ist immer noch gross. Als Psychologin habe ich in meiner Praxis in Zürich oft erlebt, wie sehr diese Thematik das Selbstwertgefühl und die Beziehungsdynamik beeinflussen kann. Doch es gibt Wege, dieses intime Anliegen anzugehen und die sexuelle Erfahrung für alle Beteiligten zu verbessern. Die Wahl des richtigen Verzögerungsmittels ist dabei ein wichtiger Schritt.

Dieser umfassende Leitfaden soll Ihnen helfen, die verschiedenen Optionen zu verstehen, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Kontrolle über Ihr Sexualleben zurückzugewinnen. Es geht nicht darum, ein 'Problem' zu beheben, sondern darum, Ihre intimen Momente bewusster und genussvoller zu gestalten.

Geprüft von Sophie Müller, MSc Psychologie, Zürich

1. Das Phänomen des vorzeitigen Samenergusses verstehen

Bevor wir uns den Lösungen zuwenden, ist es wichtig, die Natur des vorzeitigen Samenergusses (P.E.) zu verstehen. Per Definition der International Society for Sexual Medicine (ISSM) spricht man von P.E., wenn der Samenerguss immer oder fast immer innerhalb von etwa einer Minute nach der vaginalen Penetration erfolgt, der Mann unfähig ist, den Samenerguss zu verzögern, und dies zu negativen persönlichen Konsequenzen wie Frustration, Angst oder Vermeidung sexueller Intimität führt.

Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass P.E. ein Zeichen von Schwäche ist. Tatsächlich können die Ursachen vielfältig sein, von psychologischen Faktoren wie Stress, Angstzuständen, Depressionen oder Beziehungsproblemen bis hin zu biologischen Faktoren wie hormonellen Ungleichgewichten, überempfindlichen Nervenenden oder Schilddrüsenproblemen. Manchmal ist es auch eine Kombination aus beidem. Etwa 1 von 3 Männern erlebt P.E. irgendwann in seinem Leben. Es ist also keineswegs ein Einzelfall, sondern eine häufige sexuelle Dysfunktion, die oft erfolgreich behandelt werden kann.

2. Arten von Verzögerungsmitteln: Ein Überblick

Der Markt bietet verschiedene Arten von Verzögerungsmitteln, die auf unterschiedliche Weisen wirken. Die gängigsten sind topische Anwendungen (Sprays, Cremes, Gels) und spezielle Kondome.

2.1 Verzögerungskondome

Verzögerungskondome sind eine der beliebtesten und einfachsten Optionen. Sie sind mit einem Lokalanästhetikum auf der Innenseite der Kondomspitze beschichtet, meist Benzocain oder Lidocain. Diese Substanzen betäuben die Nervenenden des Penis leicht, reduzieren die Empfindlichkeit und helfen so, den Samenerguss hinauszuzögern. Die Wirkung setzt in der Regel sofort nach dem Anlegen des Kondoms ein und hält während des Geschlechtsverkehrs an.

Vorteile:

  • Einfache Anwendung: Keine zusätzliche Vorbereitung nötig.
  • Doppelter Schutz: Bieten gleichzeitig Empfängnisschutz und Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Diskret: Sehen aus wie normale Kondome und sind überall erhältlich.
  • Geringes Risiko: Die Anästhetika sind in der Regel sicher und gut verträglich, da sie nur lokal wirken.

Nachteile:

  • Weniger Kontrolle über die Dosierung: Die Menge des Anästhetikums ist vordefiniert.
  • Kann die Empfindlichkeit des Partners beeinträchtigen, wenn Anästhetikum übertragen wird (selten, aber möglich).
  • Nicht für alle geeignet: Manche Männer empfinden die Betäubung als zu stark oder zu schwach.

2.2 Verzögerungssprays und -cremes

Diese Produkte enthalten ebenfalls Lokalanästhetika (häufig Lidocain oder Prilocain), die direkt auf den Penis aufgetragen werden. Sprays sind oft einfacher und schneller anzuwenden, während Cremes eine präzisere Dosierung ermöglichen können. Die Anwendung erfolgt typischerweise 5-15 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr, damit das Mittel einwirken kann. Anschliessend sollte das Produkt abgewischt oder der Penis gewaschen werden, um eine Übertragung auf den Partner zu vermeiden.

Vorteile:

  • Gezielte Wirkung: Kann genau dort aufgetragen werden, wo die grösste Empfindlichkeit besteht.
  • Dosierung anpassbar: Die Menge kann je nach Bedarf variiert werden.
  • Kann auch ohne Kondom verwendet werden.

Nachteile:

  • Vorbereitungszeit: Erfordert eine gewisse Planung vor dem Sex.
  • Risiko der Übertragung: Wenn nicht vollständig abgewischt, kann es die Empfindlichkeit des Partners beeinträchtigen.
  • Potenzielle Hautreizungen: Manche Personen reagieren empfindlich auf die Inhaltsstoffe.
  • Nicht als Empfängnisschutz geeignet.

2.3 Orale Medikamente

Es gibt auch orale Medikamente, wie Dapoxetin (ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, SSRI), die speziell zur Behandlung von P.E. entwickelt wurden. Diese sind jedoch verschreibungspflichtig und sollten nur nach einer umfassenden ärztlichen Untersuchung und Beratung eingenommen werden. Sie wirken systemisch und haben potenziell mehr Nebenwirkungen als topische Anwendungen.

3. Wie Verzögerungsmittel wirken: Der Mechanismus

Die meisten frei verkäuflichen Verzögerungsmittel basieren auf dem Prinzip der Desensibilisierung. Die aktiven Inhaltsstoffe, Lokalanästhetika wie Lidocain oder Benzocain, blockieren vorübergehend die Nervenimpulse in der Haut des Penis. Dies reduziert die Empfindlichkeit der sensorischen Nervenenden, die für die Auslösung des Samenergussreflexes verantwortlich sind. Indem die Reizschwelle erhöht wird, dauert es länger, bis genügend Stimulation für den Samenerguss erreicht wird.

Bei Verzögerungskondomen ist das Anästhetikum in einer dünnen Schicht auf der Innenseite der Kondomspitze aufgetragen. Beim Anlegen des Kondoms kommt es direkt mit der Haut in Kontakt und beginnt, seine Wirkung zu entfalten. Bei Sprays und Cremes wird das Mittel direkt aufgetragen und zieht in die oberen Hautschichten ein. Die Wirkung ist reversibel und lässt nach einiger Zeit nach oder wenn das Mittel abgewaschen wird.

«Die Wirksamkeit von Verzögerungsmitteln ist individuell sehr unterschiedlich. Was für den einen Mann eine ideale Lösung darstellt, kann für den anderen unzureichend sein. Es ist eine Reise des Ausprobierens und der Selbstbeobachtung, die oft Geduld erfordert, aber zu einer deutlich verbesserten sexuellen Zufriedenheit führen kann.»

4. Das richtige Verzögerungsmittel wählen: Praktische Schritte

Die Wahl des 'besten' Verzögerungsmittels ist eine sehr persönliche Entscheidung. Es gibt keine Universallösung, aber einige Faktoren, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen können:

4.1 Berücksichtigen Sie Ihre Bedürfnisse und Vorlieben

  • Gewünschter Grad der Betäubung: Möchten Sie nur eine leichte Reduzierung der Empfindlichkeit oder eine stärkere Wirkung? Sprays und Cremes bieten oft mehr Anpassungsmöglichkeiten.
  • Spontanität vs. Planung: Verzögerungskondome sind ideal für spontane Momente, da sie sofort einsatzbereit sind. Sprays und Cremes erfordern eine kurze Vorbereitungszeit (5-15 Minuten).
  • Schutzbedürfnis: Wenn Sie gleichzeitig vor Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten schützen möchten, sind Verzögerungskondome die erste Wahl.
  • Empfindlichkeit der Haut: Haben Sie empfindliche Haut? Testen Sie neue Produkte zuerst an einer kleinen Stelle, um Reizungen zu vermeiden.

4.2 Den Partner einbeziehen

Sexuelle Intimität ist immer eine Erfahrung zu zweit. Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner über Ihre Überlegungen. Die Angst vor dem vorzeitigen Samenerguss kann auch die Partnerin oder den Partner beeinflussen. Eine offene Kommunikation kann Ängste nehmen und das Verständnis fördern. Fragen Sie, ob Ihr Partner Bedenken hat, z.B. hinsichtlich der Übertragung von Betäubungsmitteln.

Meine Erfahrung in der Paartherapie zeigt immer wieder, dass das gemeinsame Ansprechen solcher Themen die Bindung stärken kann. Eine Studie aus dem Jahr 2023, veröffentlicht im Journal of Sexual Medicine (2023), betont die Bedeutung der Partnerbeteiligung bei der Behandlung sexueller Dysfunktionen.

4.3 Produktvergleich: Kondome vs. Sprays/Cremes

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, hier ein Vergleich der gängigsten Optionen:

Merkmal Verzögerungskondome Verzögerungssprays/Cremes
Wirkmechanismus Lokale Betäubung durch Benzocain/Lidocain auf der Kondomspitze. Lokale Betäubung durch Lidocain/Prilocain direkt auf der Haut.
Anwendung Wie ein normales Kondom anlegen. 1-3 Sprühstösse/Creme auf den Penis auftragen, 5-15 Min. einwirken lassen, ggf. abwischen.
Wirkungseintritt Sofort nach dem Anlegen. Nach 5-15 Minuten Einwirkzeit.
Dosierungskontrolle Festgelegt durch Hersteller. Anpassbar durch Menge des aufgetragenen Produkts.
Zusätzlicher Schutz Ja (Schwangerschaft, STIs). Nein.
Risiko der Partnerübertragung Gering, da Anästhetikum im Kondom. Mittel, wenn nicht abgewischt oder gewaschen.
Kosten (pro Anwendung, ca. CH) 1.50 - 3 CHF 0.50 - 2 CHF (je nach Dosierung)
Verfügbarkeit Apotheken, Drogerien, Supermärkte, Online. Apotheken, Drogerien, Online.

5. Anwendung und Tipps für optimale Ergebnisse

Die richtige Anwendung ist entscheidend für die Wirksamkeit und Sicherheit von Verzögerungsmitteln.

5.1 Für Verzögerungskondome:

  • Richtig anlegen: Stellen Sie sicher, dass das Kondom korrekt und ohne Lufteinschlüsse aufgesetzt wird, um optimalen Kontakt des Anästhetikums mit der Haut zu gewährleisten.
  • Verfallsdatum prüfen: Verwenden Sie niemals abgelaufene Kondome.
  • Lagerung: Kühl und trocken lagern, nicht im Portemonnaie, wo es beschädigt werden könnte.

5.2 Für Sprays und Cremes:

  • Testen Sie die Dosis: Beginnen Sie mit der geringsten empfohlenen Dosis und erhöhen Sie diese bei Bedarf schrittweise. Mehr ist nicht immer besser; eine Überdosierung kann zu vollständiger Taubheit und Erektionsproblemen führen.
  • Richtige Einwirkzeit: Halten Sie sich genau an die Anweisungen des Herstellers. Die meisten Produkte benötigen 5-15 Minuten, um ihre volle Wirkung zu entfalten.
  • Abwischen/Waschen: Um eine Übertragung auf Ihren Partner zu vermeiden und deren Empfindlichkeit zu erhalten, wischen Sie überschüssiges Produkt vor dem Geschlechtsverkehr gründlich ab oder waschen Sie den Penis.
  • Hautverträglichkeit: Achten Sie auf Rötungen, Juckreiz oder Brennen. Sollten solche Reaktionen auftreten, stellen Sie die Anwendung sofort ein und konsultieren Sie bei Bedarf einen Arzt.

5.3 Allgemeine Tipps:

  • Geduld haben: Es kann einige Versuche dauern, bis Sie das für Sie passende Produkt und die optimale Anwendung gefunden haben.
  • Kombination mit anderen Techniken: Verzögerungsmittel können gut mit Techniken wie der Stop-Start-Methode oder der Squeeze-Technik kombiniert werden, um die Kontrolle weiter zu verbessern.
  • Offene Kommunikation: Sprechen Sie weiterhin mit Ihrem Partner über Ihre Erfahrungen und Gefühle.

Ich erinnere mich an einen Klienten, der anfangs sehr frustriert war, weil das erste Verzögerungsspray bei ihm nicht die gewünschte Wirkung zeigte. Nach einigen Gesprächen und dem Wechsel zu einem Verzögerungskondom, das er als weniger 'aufwendig' empfand, berichtete er von einer deutlichen Verbesserung und einer neuen, entspannteren Haltung zum Sex. Manchmal sind es die kleinen Anpassungen, die den grossen Unterschied machen.

6. Potenzielle Nebenwirkungen und Risiken

Obwohl Verzögerungsmittel im Allgemeinen sicher sind, gibt es potenzielle Nebenwirkungen und Risiken, die Sie kennen sollten:

  • Übermässige Taubheit: Eine zu hohe Dosis kann zu einem vollständigen Verlust der Empfindlichkeit führen, was den Genuss mindert und Erektionsprobleme verursachen kann.
  • Hautreizungen: Rötungen, Juckreiz, Brennen oder allergische Reaktionen sind möglich, insbesondere bei empfindlicher Haut oder Allergien gegen die Inhaltsstoffe.
  • Übertragung auf den Partner: Wenn topische Anästhetika nicht gründlich entfernt werden, können sie die Empfindlichkeit des Partners (insbesondere der Vagina oder des Anus) ebenfalls reduzieren.
  • Wechselwirkungen mit Kondomen: Einige ölbasierte Cremes können Latexkondome beschädigen. Achten Sie auf wasserbasierte Produkte, wenn Sie Kondome verwenden.
  • Abhängigkeit: Eine psychologische Abhängigkeit kann entstehen, bei der Männer das Gefühl haben, ohne das Mittel nicht mehr auszukommen.

Lesen Sie immer die Packungsbeilage und konsultieren Sie bei Bedenken einen Apotheker oder Arzt.

7. Wann Sie einen Fachmann konsultieren sollten

Die Verwendung von Verzögerungsmitteln kann eine effektive erste Massnahme sein. Doch es gibt Situationen, in denen die Konsultation eines Spezialisten unerlässlich ist:

  • Regelmässigkeit und Leidensdruck: Wenn der vorzeitige Samenerguss Sie oder Ihre Beziehung regelmässig und erheblich belastet.
  • Keine Wirkung der Mittel: Wenn Verzögerungsmittel keine oder nur unzureichende Wirkung zeigen.
  • Körperliche Ursachen: Wenn Sie den Verdacht haben, dass eine körperliche Ursache (z.B. hormonelle Probleme, Prostataentzündung) vorliegen könnte. Ein Urologe kann dies abklären.
  • Psychologische Faktoren: Wenn Stress, Angst, Depressionen oder Beziehungsprobleme die Hauptursache zu sein scheinen. Ein Sexualtherapeut oder Psychologe kann hier gezielte Unterstützung bieten. In der Schweiz sind Fachleute über die FMH (Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte) oder entsprechende Therapeutenverbände zu finden.
  • Nebenwirkungen: Wenn Sie starke Nebenwirkungen oder allergische Reaktionen auf Verzögerungsmittel feststellen.

Ein Gespräch mit einem Fachmann kann nicht nur medizinische oder psychologische Ursachen aufdecken, sondern auch Strategien und Therapieansätze aufzeigen, die über die reine Anwendung von Produkten hinausgehen.

8. Ganzheitliche Ansätze und ergänzende Strategien

Verzögerungsmittel sind ein Werkzeug, aber nicht die einzige Lösung. Ein ganzheitlicher Ansatz, der auch Lebensstiländerungen und psychologische Techniken umfasst, kann zu nachhaltigeren Ergebnissen führen.

  • Beckenbodentraining: Die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur kann helfen, die Kontrolle über den Samenerguss zu verbessern.
  • Stressmanagement: Techniken wie Achtsamkeit, Meditation oder Yoga können helfen, Stress und Angst abzubauen, die oft mit P.E. in Verbindung stehen.
  • Kommunikation: Offene und ehrliche Gespräche mit dem Partner über Wünsche, Ängste und Erwartungen stärken die Intimität und können den Druck reduzieren.
  • Pausen-Technik (Stop-Start-Methode): Während des Geschlechtsverkehrs bei aufkommendem Samenerguss eine Pause einlegen, bis der Höhepunkt abklingt, und dann fortfahren. Dies trainiert die Kontrolle.
  • Squeeze-Technik: Kurz vor dem Samenerguss den Penis am Schaft oder an der Eichel fest zusammendrücken, bis der Drang nachlässt.
  • Masturbation vor dem Geschlechtsverkehr: Für manche Männer kann eine Masturbation vor dem eigentlichen Geschlechtsverkehr helfen, die Erregungsschwelle zu senken und so den zweiten Samenerguss zu verzögern.

Ein ausgewogener Lebensstil mit regelmässiger Bewegung, gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf trägt ebenfalls zu einem besseren allgemeinen Wohlbefinden und somit auch zu einer gesünderen Sexualität bei.

9. Fazit: Eine bewusste Entscheidung für mehr Genuss

Die Entscheidung für oder gegen ein Verzögerungsmittel ist eine persönliche Reise. Mein Ziel ist es, Ihnen die nötigen Informationen an die Hand zu geben, damit Sie diese Reise bewusst und informiert gestalten können. Ob Sie sich für ein Verzögerungskondom, ein Spray oder eine Creme entscheiden, oder ob Sie parallel therapeutische Unterstützung suchen – das Wichtigste ist, dass Sie aktiv werden und die Kontrolle über Ihr Sexualleben zurückgewinnen. In der Schweiz, wo Diskretion und Qualität geschätzt werden, ist der Zugang zu solchen Produkten und professioneller Hilfe gut. Scheuen Sie sich nicht, verschiedene Optionen auszuprobieren und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Auseinandersetzung mit dem vorzeitigen Samenerguss ist ein wichtiger Schritt hin zu einem erfüllteren Sexualleben. Verzögerungsmittel bieten eine praktikable und oft effektive Lösung, um mehr Kontrolle und Genuss zu ermöglichen. Meine psychologische Erfahrung zeigt, dass die grösste Hürde oft das Schweigen ist. Sprechen Sie darüber, sei es mit Ihrem Partner oder einem Fachmann. Probieren Sie verschiedene Ansätze aus – ob es nun ein Verzögerungskondom für spontane Momente oder ein Spray für gezieltere Kontrolle ist. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern Wohlbefinden und Vertrauen in Ihre eigene Sexualität. Ich empfehle Ihnen, proaktiv zu werden und die Vielfalt der Optionen zu erkunden, um die für Sie und Ihre Beziehung passende Lösung zu finden.

Sophie Müller, MSc Psychologie, Zürich

Questions fréquentes

Wie lange verlängern Verzögerungsmittel typischerweise den Geschlechtsverkehr?

Die Verlängerung der Zeit bis zum Samenerguss variiert stark je nach Produkt, individueller Empfindlichkeit und Dosierung. Studien zeigen, dass Verzögerungskondome die Zeit im Durchschnitt um 2 bis 4 Minuten verlängern können. Sprays und Cremes, bei denen die Dosierung anpassbar ist, können die Dauer potenziell um bis zu 60% oder 5 bis 7 Minuten verlängern. Es ist wichtig, die eigene optimale Dosis und das passende Produkt durch Ausprobieren zu finden.

Können Verzögerungsmittel die Empfindlichkeit des Partners beeinträchtigen?

Ja, das ist ein berechtigtes Anliegen. Bei Verzögerungskondomen ist das Risiko gering, da das Anästhetikum im Kondom eingeschlossen ist. Bei Sprays und Cremes besteht jedoch die Gefahr der Übertragung, wenn das Produkt vor dem Geschlechtsverkehr nicht gründlich abgewischt oder der Penis gewaschen wird. Eine Übertragung könnte zu einem Taubheitsgefühl bei Ihrem Partner führen. Offene Kommunikation und sorgfältige Anwendung sind hier entscheidend, um die Freude beider Partner zu gewährleisten.

Gibt es nicht-pharmazeutische Ansätze zur Verzögerung des Samenergusses?

Absolut. Neben den Produkten gibt es mehrere verhaltenstherapeutische Ansätze. Die 'Stop-Start-Methode', bei der man bei starker Erregung pausiert und erst fortfährt, wenn der Samenergussreflex nachlässt, ist sehr effektiv. Auch die 'Squeeze-Technik', bei der man den Penis kurz vor dem Höhepunkt drückt, kann helfen. Beckenbodentraining und Stressreduktion durch Achtsamkeitsübungen oder Yoga sind ebenfalls wertvolle, unterstützende Massnahmen, die zur langfristigen Kontrolle beitragen können.

Wie diskret ist der Kauf von Verzögerungsmitteln in der Schweiz?

In der Schweiz wird grosser Wert auf Diskretion gelegt, besonders beim Online-Einkauf. Die meisten Online-Shops liefern in neutralen Verpackungen, die keinerlei Rückschlüsse auf den Inhalt zulassen. Auch in Apotheken und Drogerien können Sie solche Produkte diskret erwerben. Ein Paket Verzögerungskondome kostet in der Schweiz zwischen 12 und 25 CHF, je nach Marke und Packungsgrösse. Die Verfügbarkeit ist in grösseren Städten wie Zürich oder Genf sehr gut.

Kann ich eine psychologische Abhängigkeit von Verzögerungsmitteln entwickeln?

Es besteht die Möglichkeit einer psychologischen Abhängigkeit, bei der Männer das Vertrauen in ihre Fähigkeit verlieren, den Samenerguss ohne das Hilfsmittel zu kontrollieren. Dies ist jedoch eher eine Frage der Einstellung und Erwartung. Es ist wichtig, Verzögerungsmittel als Unterstützung zu sehen und nicht als Krücke. Das Kombinieren mit verhaltenstherapeutischen Techniken kann helfen, die Kontrolle zu internalisieren und die Abhängigkeit zu reduzieren. Bei Bedenken ist die Konsultation eines Sexualtherapeuten ratsam.