Réponses rapides
- Welche Inhaltsstoffe sollte ich in Intimprodukten meiden?
- Vermeiden Sie Duftstoffe, Parabene, Sulfate (SLS/SLES) und aggressive Konservierungsstoffe. Diese Substanzen können die empfindliche Schleimhaut reizen, allergische Reaktionen auslösen und das natürliche Mikrobiom der Intimzone empfindlich stören.
- Welches Produkt empfehlen Sie für die tägliche Intimhygiene in der Schweiz?
- Der Exsens Intime Balance Bio Reinigungs-Gel für CHF 15.00 ist eine ausgezeichnete Wahl, da er natürliche Inhaltsstoffe und einen angepassten pH-Wert bietet. Für unterwegs sind die Multi-Gyn IntiFresh Lingettes für CHF 7.00 sehr praktisch und schonend.
- Wann sollte ich wegen Intimbeschwerden einen Arzt konsultieren?
- Suchen Sie eine Ärztin auf, wenn Sie anhaltenden Juckreiz, Brennen, ungewöhnlichen Ausfluss, unangenehmen Geruch oder Schmerzen im Intimbereich verspüren. Eine frühzeitige Abklärung ist wichtig, um Infektionen oder andere ernstere Probleme auszuschliessen und eine passende Behandlung zu erhalten.
- Welche häufigen Fehler sollte ich bei der Intimhygiene vermeiden?
- Vermeiden Sie Vaginalduschen, aggressive Seifen, übermässiges Waschen und das Tragen von zu enger, synthetischer Unterwäsche. Diese Praktiken können das natürliche Gleichgewicht der Vaginalflora stören und das Risiko für Irritationen und Infektionen erhöhen.
Als Wellness Coach beobachte ich immer wieder, wie viel Unsicherheit rund um das Thema Intimhygiene besteht. Es ist ein Bereich, der oft von Scham und falschen Informationen geprägt ist, dabei ist er so entscheidend für unser allgemeines Wohlbefinden. Eine gesunde Intimzone trägt massgeblich zu einem guten Körpergefühl und zur Vorbeugung von Beschwerden bei. Mein Ziel ist es, Ihnen einen klaren, evidenzbasierten Leitfaden an die Hand zu geben, damit Sie fundierte Entscheidungen für Ihre Gesundheit treffen können.
Die einzigartige Anatomie der weiblichen Intimzone verstehen
Bevor wir über Produkte und Routinen sprechen, ist es wichtig, die Grundlagen der weiblichen Intimzone zu verstehen. Oft werden die Begriffe Vagina und Vulva synonym verwendet, was aber anatomisch nicht korrekt ist. Die Vulva bezeichnet den äusseren Bereich, der Schamlippen, Klitoris und den Harnröhrenausgang umfasst. Die Vagina hingegen ist der innere, muskuläre Schlauch, der zur Gebärmutter führt. Für die Intimhygiene ist hauptsächlich die Pflege der Vulva relevant, da die Vagina über einen beeindruckenden Selbstreinigungsmechanismus verfügt.
Das Herzstück dieses Selbstreinigungsmechanismus ist die Vaginalflora, eine Gemeinschaft von Mikroorganismen, hauptsächlich Milchsäurebakterien (Laktobazillen). Diese Bakterien produzieren Milchsäure, die für ein saures Milieu sorgt. Dieser saure pH-Wert (normalerweise zwischen 3.8 und 4.5) ist entscheidend, um das Wachstum schädlicher Bakterien und Pilze zu hemmen. Ein gesundes Gleichgewicht der Vaginalflora ist somit der beste Schutz vor Infektionen wie Scheidenpilz oder bakterieller Vaginose. Jede Störung dieses sensiblen Gleichgewichts kann weitreichende Folgen haben.
Warum spezielle Intimhygiene wichtig ist
Manche mögen denken, dass Wasser allein ausreicht, und in vielen Fällen ist das für die Vagina auch wahr. Doch die äussere Intimzone, die Vulva, ist täglich verschiedenen Belastungen ausgesetzt: Schweiss, Urin, Stuhlreste, Menstruationsblut, Sperma und Hautschüppchen. Diese können nicht nur unangenehme Gerüche verursachen, sondern auch einen idealen Nährboden für unerwünschte Keime bieten, wenn sie nicht richtig entfernt werden. Normale Duschgele oder Seifen sind für diesen Bereich jedoch ungeeignet, da sie oft einen zu hohen pH-Wert haben und Duftstoffe sowie aggressive Reinigungszusätze enthalten, die das natürliche Gleichgewicht stören.
Eine spezielle Intimhygiene dient also dazu, die äussere Intimzone sanft und effektiv zu reinigen, ohne die empfindliche Schleimhaut zu reizen oder die schützende Vaginalflora zu beeinträchtigen. Es geht darum, das natürliche Milieu zu unterstützen und nicht zu bekämpfen. Ich erinnere mich an eine Klientin, die jahrelang unter wiederkehrenden Irritationen litt, weil sie dachte, 'gründliche' Reinigung mit normalem Duschgel sei das Beste. Nachdem wir auf ein pH-adaptiertes Produkt umgestellt hatten, verschwanden ihre Beschwerden innerhalb weniger Wochen – ein klarer Beweis dafür, wie entscheidend die richtige Pflege ist.
Der pH-Wert: Das A und O für eine gesunde Intimzone
Der pH-Wert ist der wohl wichtigste Indikator für die Gesundheit Ihrer Intimzone. Wie bereits erwähnt, liegt der natürliche pH-Wert der Vagina im sauren Bereich, typischerweise zwischen 3.8 und 4.5. Dieser saure Mantel ist Ihre erste Verteidigungslinie gegen Krankheitserreger. Wenn dieser pH-Wert durch äussere Einflüsse, wie ungeeignete Seifen oder Vaginalduschen, gestört wird und in den neutralen oder sogar alkalischen Bereich verschoben wird, haben schädliche Bakterien und Pilze leichtes Spiel. Eine Verschiebung des pH-Werts kann zu Symptomen wie Juckreiz, Brennen, ungewöhnlichem Ausfluss und unangenehmem Geruch führen.
Die meisten herkömmlichen Seifen und Duschgele haben einen pH-Wert von 5.5 oder höher, um den sauren pH-Wert der Haut am restlichen Körper zu unterstützen. Für die Intimzone ist dies jedoch viel zu hoch. Produkte, die speziell für die Intimhygiene entwickelt wurden, sind daher so formuliert, dass sie einen pH-Wert aufweisen, der dem der weiblichen Intimzone entspricht. Achten Sie beim Kauf immer auf diese Angabe auf der Verpackung. Ein korrekt angepasster pH-Wert schützt die Laktobazillen und stärkt die natürliche Abwehrbarriere Ihrer Schleimhäute.
Inhaltsstoffe unter der Lupe: Was gehört in Ihr Produkt, was nicht?
Die Liste der Inhaltsstoffe kann auf den ersten Blick überwältigend wirken, doch einige Schlüsselkomponenten sind entscheidend für die Auswahl eines guten Intimhygieneprodukts. Mein Rat ist immer: Weniger ist mehr, und natürlich ist oft besser.
Empfehlenswerte Inhaltsstoffe:
- Milchsäure: Unterstützt den sauren pH-Wert und die natürliche Vaginalflora. Viele Produkte enthalten Milchsäure, um das Milieu zu stabilisieren oder wiederherzustellen.
- Präbiotika: Nähren die guten Bakterien der Haut und fördern ein gesundes Mikrobiom.
- Aloe Vera: Bekannt für ihre beruhigenden und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften. Kann helfen, Irritationen zu lindern.
- Kamille oder Ringelblume: Haben entzündungshemmende und beruhigende Wirkungen, können bei leichten Reizungen Linderung verschaffen.
- Natürliche Öle (z.B. Jojobaöl, Mandelöl): Können zur Pflege und zum Schutz der äusseren Hautbarriere beitragen, besonders bei Trockenheit.
Inhaltsstoffe, die Sie meiden sollten:
- Duftstoffe (Parfum, Fragrance): Einer der häufigsten Auslöser für Irritationen und allergische Reaktionen im Intimbereich. Sie sind unnötig, da eine gesunde Intimzone keinen künstlichen Duft benötigt.
- Alkohole: Können die Schleimhäute austrocknen und reizen.
- Sulfate (SLS/SLES): Aggressive Tenside, die stark schäumen, aber auch die Hautbarriere angreifen und austrocknen können.
- Parabene: Konservierungsstoffe, die im Verdacht stehen, hormonell wirksam zu sein. Viele bevorzugen parabenfreie Produkte.
- Aggressive Konservierungsstoffe: Können das Mikrobiom stören. Achten Sie auf milde Alternativen.
- Farbstoffe: Völlig unnötig und potenzielle Reizstoffe.
Ein Blick auf die Inhaltsstoffliste des Exsens Intime Balance Bio Reinigungs-Gels zeigt beispielsweise, dass es auf natürliche und beruhigende Komponenten setzt, die die Haut schonen. Auch die Multi-Gyn IntiFresh Lingettes sind darauf ausgelegt, ohne aggressive Zusätze zu reinigen und zu pflegen.
Produkte für die Intimhygiene: Eine fundierte Auswahl
Der Markt bietet eine Vielzahl von Produkten, und es ist wichtig zu wissen, welche für welche Zwecke geeignet sind. Hier eine Übersicht:
1. Reinigungsprodukte (Waschgels, Schäume):
Diese sind für die tägliche äussere Reinigung der Vulva gedacht. Sie sollten mild, pH-neutral (oder pH-angepasst an die Intimzone) und frei von Duftstoffen, Sulfaten und aggressiven Konservierungsstoffen sein. Ein gutes Beispiel ist der bereits erwähnte Exsens Intime Balance Bio Reinigungs-Gel, der für CHF 15.00 erhältlich ist. Er reinigt sanft, ohne auszutrocknen und unterstützt das natürliche Gleichgewicht. Es gibt auch Produkte wie den Gel de massage intime Taboo Pleasure pour elle von Ruf, der zwar nicht primär zur Reinigung dient, aber zeigt, wie vielfältig Intimpflegeprodukte sein können – hier ist die genaue Anwendung und Inhaltsstoffliste entscheidend.
2. Feuchttücher für unterwegs:
Intim-Feuchttücher sind praktisch für unterwegs, nach dem Sport oder nach dem Geschlechtsverkehr, wenn keine Duschmöglichkeit besteht. Auch hier gilt: pH-angepasst, ohne Alkohol, Duftstoffe und aggressive Chemikalien. Die Multi-Gyn IntiFresh - 12 feuchte Intimtücher für CHF 7.00 oder die Lingettes après rapports intimes Easyglide - 25 Stück für CHF 10.00 sind hier gute Optionen. Sie bieten eine schnelle und sanfte Erfrischung, ohne das empfindliche Milieu zu stören.
3. Spezielle Pflegeprodukte:
- After-Shave-Sprays: Nach der Intimrasur können Hautirritationen auftreten. Produkte wie das Spray intime après-rasage pjur Med After Shave für CHF 13.00 sind speziell dafür konzipiert, die Haut zu beruhigen und Rötungen sowie Rasierpickel vorzubeugen. Achten Sie hier auf beruhigende Inhaltsstoffe wie Aloe Vera oder Panthenol.
- Gleitmittel: Obwohl nicht direkt zur Hygiene gehörend, sind Gleitmittel oft Teil der intimen Pflege. Sie sollten wasserbasiert, pH-neutral und frei von irritierenden Stoffen sein, um die Schleimhäute nicht zu belasten. Das Lubrifiant intime We-Vibe par pjur (à base d'eau) für CHF 13.00 ist ein Beispiel für ein solches Produkt, das auf Wasserbasis formuliert ist und somit auch mit Kondomen kompatibel ist.
- Pflegecremes bei Trockenheit: Gerade in den Wechseljahren oder bei bestimmten Medikamenten kann es zu Scheidentrockenheit kommen. Hier können spezielle, hormonfreie Feuchtigkeitscremes oder Gele Linderung verschaffen.
Praktische Tipps für den Alltag: So gelingt die sanfte Pflege
Die richtige Routine ist genauso wichtig wie die Wahl der Produkte. Hier sind meine Empfehlungen:
- Sanfte Reinigung: Waschen Sie die Vulva einmal täglich mit lauwarmem Wasser. Bei Bedarf können Sie ein pH-angepasstes Intimwaschgel verwenden. Reinigen Sie immer von vorne nach hinten, um keine Darmbakterien in den Intimbereich zu verschleppen.
- Trocknen: Tupfen Sie den Intimbereich nach dem Waschen vorsichtig trocken. Feuchtigkeit kann ein Nährboden für Pilze sein. Verwenden Sie ein sauberes, weiches Handtuch.
- Unterwäsche: Tragen Sie atmungsaktive Unterwäsche aus Baumwolle. Synthetische Stoffe und zu enge Kleidung fördern ein feuchtes und warmes Klima, das die Vermehrung von Bakterien und Pilzen begünstigt. Wechseln Sie die Unterwäsche täglich.
- Nach dem Stuhlgang: Wischen Sie immer von vorne nach hinten.
- Während der Menstruation: Wechseln Sie Tampons, Binden oder Menstruationstassen regelmässig (alle 4-6 Stunden bei Tampons/Binden). Dies reduziert das Risiko von Bakterienwachstum und Geruchsbildung.
- Nach dem Sport/Schwimmen: Duschen Sie so bald wie möglich und wechseln Sie nasse Badekleidung oder verschwitzte Sportkleidung.
- Vermeiden Sie Vaginalduschen: Diese spülen die schützenden Milchsäurebakterien weg und stören das natürliche Gleichgewicht massiv. Die Vagina reinigt sich selbst.
- Seien Sie sanft: Rubbeln oder scheuern Sie nicht. Die Haut im Intimbereich ist sehr dünn und empfindlich.
Meine persönliche Beobachtung ist, dass viele Frauen dazu neigen, zu viel zu tun, aus Angst vor Geruch oder Unreinheit. Aber gerade das kann kontraproduktiv sein. Ich habe oft gesehen, wie eine Reduktion auf das Nötigste – lauwarmes Wasser und ein passendes Produkt – bereits eine enorme Verbesserung brachte und die Frauen sich wieder wohler in ihrer Haut fühlten.
Spezielle Situationen: Angepasste Hygiene für besondere Lebensphasen
Die Bedürfnisse der Intimzone können sich im Laufe des Lebens ändern. Es ist wichtig, die Hygiene entsprechend anzupassen.
Menstruation:
Während der Menstruation steigt der pH-Wert des Vaginalmilieus leicht an, da Blut einen höheren pH-Wert als die Scheidenflüssigkeit hat. Ein häufigerer Wechsel von Hygieneprodukten und eine sanfte Reinigung sind hier besonders wichtig. Manche Frauen bevorzugen Intimwaschgels, die speziell für diese Zeit formuliert sind, um das Gleichgewicht zu unterstützen.
Schwangerschaft:
Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft können die Scheidenflora beeinflussen und das Risiko für Infektionen erhöhen. Eine besonders sorgfältige, aber sanfte Hygiene ist hier ratsam. Bei ungewöhnlichem Ausfluss oder Geruch sollte immer eine gynäkologische Abklärung erfolgen.
Post-Partum (nach der Geburt):
Nach einer Geburt, insbesondere bei Dammrissen oder -schnitten, ist eine äusserst sanfte Reinigung entscheidend. Oft wird nur lauwarmes Wasser empfohlen, um den Heilungsprozess nicht zu stören. Sitzbäder mit Kamille können beruhigend wirken. Der Körper braucht Zeit zur Regeneration.
Wechseljahre:
Mit dem sinkenden Östrogenspiegel in den Wechseljahren kann die Scheidenhaut dünner und trockener werden (vaginale Atrophie). Dies macht sie anfälliger für Irritationen und Infektionen. Feuchtigkeitsspendende Intimpflegeprodukte ohne Duftstoffe können Linderung verschaffen. Auch hier ist eine ärztliche Konsultation bei Beschwerden ratsam.
Sport und Reisen:
Intensive körperliche Aktivität und Reisen können die Intimzone zusätzlich belasten. Beim Sport führt Schwitzen zu erhöhter Feuchtigkeit. Schnelles Duschen und Wechseln der Kleidung sind essentiell. Auf Reisen können die bereits erwähnten Intim-Feuchttücher wie die Multi-Gyn IntiFresh oder Easyglide Lingettes eine gute Lösung sein, um die Hygiene aufrechtzuerhalten, wenn keine Dusche verfügbar ist. Denken Sie daran, dass die Luftfeuchtigkeit oder Wasserqualität im Ausland ebenfalls eine Rolle spielen kann.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen? Signale des Körpers ernst nehmen
Es ist entscheidend, die Signale Ihres Körpers zu erkennen und bei Bedarf eine medizinische Fachperson aufzusuchen. Viele Frauen sind sich unsicher, ob ihre Beschwerden normal sind oder ärztliche Hilfe erfordern. Zögern Sie nicht, einen Gynäkologen oder eine Gynäkologin zu konsultieren, wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken:
- Anhaltender Juckreiz oder Brennen: Dies kann auf eine Pilzinfektion, bakterielle Vaginose oder eine allergische Reaktion hinweisen.
- Ungewöhnlicher Ausfluss: Eine Veränderung in Farbe (z.B. gelblich, grünlich, gräulich), Konsistenz (bröckelig, schaumig) oder Menge des Ausflusses.
- Unangenehmer oder fischiger Geruch: Oft ein Zeichen für eine bakterielle Vaginose.
- Rötung, Schwellung oder Schmerzen: Im Bereich der Vulva oder Vagina.
- Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr: Können auf Infektionen oder andere Probleme hindeuten.
- Wiederkehrende Beschwerden: Wenn Symptome immer wieder auftreten, auch nach Selbstbehandlung.
In der Schweiz ist der Zugang zu gynäkologischer Versorgung gut geregelt. Die Grundversicherung deckt die Kosten für notwendige Abklärungen und Behandlungen. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) konsultieren über 80% der Frauen in der Schweiz mindestens einmal jährlich eine gynäkologische Fachperson. Nutzen Sie diese Möglichkeit! Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann ernstere Komplikationen verhindern und Ihr Wohlbefinden schnell wiederherstellen.
Mythen und Missverständnisse rund um die Intimhygiene
Uralte Vorstellungen und irreführende Marketingbotschaften haben viele Mythen rund um die Intimhygiene entstehen lassen. Lassen Sie uns einige davon aufklären:
- Mythos 1: Die Vagina muss nach Parfüm riechen.
Realität: Falsch! Eine gesunde Vagina hat einen natürlichen, leichten Eigengeruch, der von Frau zu Frau variiert. Dieser Geruch ist kein Zeichen von mangelnder Hygiene. Parfümierte Produkte versuchen, diesen natürlichen Geruch zu überdecken, stören aber die Flora und können Irritationen verursachen. Wenn Sie einen starken, unangenehmen Geruch bemerken, ist dies ein Signal, eine Ärztin aufzusuchen, nicht, ein Deodorant zu verwenden.
- Mythos 2: Vaginalduschen reinigen besser und sind gesünder.
Realität: Absolut falsch! Vaginalduschen spülen nicht nur schädliche, sondern auch die schützenden Milchsäurebakterien aus der Vagina. Dies zerstört das natürliche saure Milieu und macht die Vagina anfälliger für bakterielle Vaginose, Pilzinfektionen und sogar sexuell übertragbare Infektionen. Die Vagina ist ein selbstreinigendes Organ und benötigt keine interne Spülung.
- Mythos 3: Juckreiz im Intimbereich bedeutet immer eine Pilzinfektion.
Realität: Nicht unbedingt. Während Juckreiz ein häufiges Symptom einer Pilzinfektion ist, kann er auch durch eine Vielzahl anderer Faktoren verursacht werden: zum Beispiel durch eine allergische Reaktion auf Seifen, Waschmittel oder Unterwäsche, durch trockene Haut, eine bakterielle Vaginose, Reibung oder sogar Stress. Es ist wichtig, die Ursache von einer Fachperson abklären zu lassen, anstatt blindlings Pilzmittel anzuwenden.
- Mythos 4: Intimhygiene ist nur für Frauen mit Problemen wichtig.
Realität: Intimhygiene ist für jede Frau wichtig, unabhängig davon, ob sie aktuell Beschwerden hat oder nicht. Es geht um Prävention und die Aufrechterhaltung eines gesunden Gleichgewichts. Eine gute Routine hilft, Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen und fördert das allgemeine Wohlbefinden.
Indem wir diese Mythen entlarven, können wir einen gesünderen und informierteren Umgang mit unserer Intimgesundheit fördern.
Relu par Emma Fischer, Wellness Coach certifiée
Am Ende des Tages ist die Wahl der richtigen Intimhygiene eine sehr persönliche Entscheidung, die auf fundiertem Wissen und Achtsamkeit basieren sollte. Mein klarer Rat ist: Hören Sie auf Ihren Körper, verzichten Sie auf aggressive Produkte und übermässige Reinigung. Setzen Sie auf Milde, pH-Neutralität und natürliche Inhaltsstoffe, die das empfindliche Gleichgewicht Ihrer Intimzone unterstützen. Wenn Sie unsicher sind oder Beschwerden haben, zögern Sie nicht, eine Fachperson zu konsultieren. Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden sind es wert, dass Sie sich bewusst und informiert um Ihre Intimzone kümmern. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre Produkte kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen, um langfristig von einer gesunden Intimflora zu profitieren.
Ihre Emma Fischer, Wellness Coach zertifiziert
Questions fréquentes
Welche Rolle spielt die Ernährung für die Intimgesundheit?
Eine ausgewogene Ernährung, reich an Präbiotika (z.B. Zwiebeln, Knoblauch, Spargel) und Probiotika (z.B. Joghurt, Kefir, Sauerkraut), kann die Darmflora und indirekt auch die Vaginalflora positiv beeinflussen. Zucker und verarbeitete Lebensmittel können hingegen Entzündungen fördern und das Risiko für Pilzinfektionen erhöhen. Studien, wie die im 'Journal of Women's Health' (2023) veröffentlichten, zeigen, dass eine ballaststoffreiche Ernährung das Mikrobiom günstig beeinflussen kann, was sich auch auf die Intimgesundheit auswirkt.
Sind Intimdeos oder parfümierte Produkte sicher für die Intimzone?
Nein, parfümierte Produkte und Intimdeos sollten in der Intimzone unbedingt vermieden werden. Die enthaltenen Duftstoffe können die empfindliche Schleimhaut reizen, allergische Reaktionen hervorrufen und das natürliche pH-Gleichgewicht stören. Dies kann zu Juckreiz, Brennen und sogar Infektionen führen. Die Vagina hat einen natürlichen, leichten Eigengeruch, der kein Zeichen von mangelnder Hygiene ist. Eine übermässige Geruchsbildung sollte ärztlich abgeklärt werden.
Wie oft sollte ich meine Intimzone reinigen und welche Temperatur sollte das Wasser haben?
Einmal täglich ist in der Regel ausreichend. Bei starkem Schwitzen, nach dem Sport oder nach dem Geschlechtsverkehr kann eine zusätzliche, sanfte Reinigung mit lauwarmem Wasser oder einem pH-neutralen Intimwaschgel sinnvoll sein. Übermässiges Waschen trocknet die Schleimhäute aus und kann die schützende Bakterienflora beeinträchtigen. Verwenden Sie immer lauwarmes Wasser, da zu heisses Wasser die empfindliche Haut reizen kann.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Intimhygiene und sexueller Gesundheit?
Ja, eine gute Intimhygiene ist eng mit der sexuellen Gesundheit verbunden. Irritationen oder Infektionen, die durch falsche Hygiene entstehen, können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen und das sexuelle Vergnügen mindern. Eine geschwächte Schleimhaut oder ein gestörtes Milieu können zudem die Anfälligkeit für sexuell übertragbare Infektionen (STIs) erhöhen. Eine gesunde Intimflora und eine achtsame Hygiene tragen somit zu einem unbeschwerten und gesunden Sexualleben bei.
Was ist der Unterschied zwischen Vaginalduschen und Intimwaschgels und warum sind erstere schädlich?
Vaginalduschen sind Produkte, die dazu gedacht sind, die Vagina von innen zu spülen. Sie sind schädlich, weil sie die natürliche Scheidenflora zerstören, die guten Milchsäurebakterien wegspülen und das Risiko für Infektionen massiv erhöhen. Intimwaschgels hingegen sind für die äussere Reinigung der Vulva gedacht und sollten nur dort angewendet werden. Sie sind speziell formuliert, um den pH-Wert der äusseren Intimzone zu respektieren und nicht in die Vagina einzudringen.